NewsPolitikErsteinschätzung in der Notfallversorgung: G-BA soll auch Erfahrungen der Krankenhäuser berücksichtigen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Ersteinschätzung in der Notfallversorgung: G-BA soll auch Erfahrungen der Krankenhäuser berücksichtigen

Dienstag, 8. Juni 2021

/dpa

Berlin – Die Regierungsfraktionen wollen die Inhalte der standardisierten Ersteinschätzung in der ambulanten Notfallversorgung erweitern, die der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) auf den Weg bringen soll. Das geht aus einem Änderungsantrag zum Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungs­gesetz (GVWG) hervor, der dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt.

Dem Kabinettsentwurf des GVWG zufolge sollte der G-BA ein einheitliches Ersteinschätzungsverfahren für die ambulante Not­fallbehandlung im Krankenhaus festzulegen. Die Anwendung dieses Verfahrens soll als Voraussetzung für die Abrechnung ambulanter Notfallleistungen gelten.

Anzeige

Unter anderem der Marburger Bund (MB) hatte diese Regelung kritisiert, weil mit ihr ein einzelner Baustein der lange angekündigten Notfallreform vorab isoliert geregelt werde, ohne dass ein schlüssiges Gesamtkonzept zur sektorenübergreifenden Strukturierung der Notfallversorgung vorliege.

G-BA soll mehr Inhalte festlegen

Ursprünglich sollte der G-BA verpflichtet werden, Vorgaben zur Qualifikation des medizinischen Personals zu machen, das die Ersteinschätzung vornimmt, sowie zur Form und zum Inhalt des Nachweises der Durchführung der Ersteinschätzung.

Nun soll der G-BA auch die Fälle bestimmen, „in denen bei der Feststellung des Nichtvorliegens eines sofortigen Behandlungsbedarfs ein Arzt oder eine Ärztin darüber zu entscheiden hat, dass die Patientin und der Patient nicht vor Ort versorgt werden muss“, wie es in dem Gesetzesbegründung heißt. Der G-BA soll zudem Vorgaben zur Weiterleitung von Patienten an Notdienstpraxen oder an Vertragsärzte machen.

Darüber hinaus soll der G-BA bei seinen Festlegungen „die bereits in den zentralen Notaufnahmen vorhandenen und zur Anwendung kommenden Verfahren zur Behandlungspriorisierung für Notfall­patientinnen und -patienten im Rahmen des gestuften Systems von Notfallstrukturen in Krankenhäusern mit dem Ziel einer medizinisch sachgerechten Verknüpfung der Systeme zur Ersteinschätzung und zur Behandlungspriorisierung berücksichtigen“.

G-BA soll das Verfahren evaluieren

Die Frist, in der der G-BA seine Vorgaben vorlegen muss, soll von sechs auf zwölf Monate verlängert werden, „um eine sachgerechte Beratung zu gewährleisten“, wie es heißt. Vorgesehen ist schließlich eine Evaluierungspflicht für den G-BA, „um zu bewerten, welchen Einfluss die Maßnahmen insbesondere auf die Inanspruchnahme von Notaufnahmen, die Entwicklung der Leistungen und auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten hatten, um gegebenenfalls Änderungsbedarfe ableiten zu können“.

Das GVWG wird morgen im Gesundheitsausschuss des Bundestags beraten, sowie am Freitag im Deutschen Bundestag. © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER