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Sport bei hoher Luftverschmutzung eher schädlich

Dienstag, 8. Juni 2021

/djile, stock.adobe.com

Mainz/Seoul – Sport beeinträchtigt bei hohen Feinstaubwerten das Herz-Kreislauf-System und ist dann eher schädlich als nützlich. Das geht aus einer aktuellen Studie aus Südkorea mit knapp 1,5 Millionen jungen Erwachsenen hervor (2021; DOI: 10.1093/eurheartj/ehab139). Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) an der Universitätsmedizin Mainz haben die Ergebnisse der Untersuchung jetzt für die Verhältnisse in Deutschland interpretiert.

„Das Besondere an der Studie ist, dass sie erstmals eine Schwelle für die Feinstaubbelastung angibt, ab der es für Herz und Kreislauf nachteilig ist, draußen Sport zu treiben“, sagt Thomas Münzel vom DZHK. „Die Feinstaubgrenzwerte der EU liegen ganz nah an dem Bereich, in dem laut der Studie körperliche Aktivität im Freien bereits schädlich für das Herz-Kreislauf-System ist. Regional werden die Grenzwerte in Deutschland sogar überschritten, etwa in Hochindustriegebieten“, warnt er.

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Ob man im Park joggen oder besser zu Hause auf dem Laufband trainiert sollte, hänge also von den Umweltbelastungen vor Ort ab. Münzel empfiehlt, dies tagesaktuell vor dem Sport zu recherchieren.

Der Mainzer Kardiologe weist aber darauf hin, dass die koreanische Studie auch Einschränkungen habe. Zum Beispiel haben die Wissenschaftler nur einmal pro Woche per Fragebogen ermittelt, wie intensiv die Teilnehmer Sport getrieben hatten. Das könne zu fehlerhaften Angaben führen.

Die gesundheitlichen Auswirkungen, etwa ob Schlaganfälle oder verengte Herzkranzgefäße auftraten, ermittelten die koreanischen Forscher über einen Zeitraum von fünf Jahren. Laut Münzel sind daher weitere Studien notwendig, die auch untersuchen, wie sich kurzfristige Veränderungen der Luftver­schmutzung zusammen mit einer veränderten sportlichen Aktivität auf das Herz-Kreislauf-System auswirken.

Emissionen enthalten feste und gasförmige Bestandteile. Die festen Bestandteile, der sogenannte Feinstaub, werden nach ihrer Partikelgröße eingeteilt in grobe (10 Mikrogramm), feine (2,5 Mikrogramm) und ultrafeine (0,1 Mikrogramm) Partikel.

Im Schnitt liegt der sogenannte PM 2,5-Wert in Deutschland zwischen 10 und 20 Mikrogramm pro Kubikmeter, also die Konzentration von Feinstaub der Partikelgröße 2,5 Mikrogramm. Die Studien­autoren stufen Messwerte von unter 26,4 Mikrogramm pro Kubikmeter für diese Partikel als moderat bis niedrig ein. © hil/aerzteblatt.de

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