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Medizin

Das Zusammenspiel von Herzinfarkt, Depression und Diabetes

Mittwoch, 21. Juli 2021

/kwanchaift, stock.adobe.com

Ulm – Kardiovaskuläre Erkrankungen, Depressionen und Zuckererkrankungen hängen auf komplexe Weise zusammen. Das berichten Forschende des Instituts für Epidemiologie und Medizinische Biometrie der Universität Ulm. Danach haben Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben und die in der Nachbeobachtung depressive Symptome entwickeln, ein erhöhtes Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Die Arbeit ist im Fachmagazin Cardiovascular Diabetology erschienen (2021; DOI: 10.1186/s12933-021-01298-3).

In Deutschland leben im Augenblick rund 8 Millionen Menschen mit der Diagnose Diabetes, rund 95 % davon leiden unter Diabetes mellitus Typ 2. Als Auslöser dieser krankhaften Stoffwechselstörung gelten Übergewicht, zu wenig Bewegung und familiäre Vorbelastung.

Die Ausgangsfrage der Ulmer Untersuchung lautete, ob sich das Neuerkrankungsrisiko für Diabetes mellitus bei herzkranken Patienten mit depressiver Symptomatik von solchen Patienten ohne Depres­sionen unterscheidet. Um ihre Hypothese zu untersuchen, griffen die Forschenden auf Daten der sogenannten KAROLA-Studie („Langzeiterfolge der KARdiOLogischen Anschlussheilbehandlung“) zurück. Sie konnten über 1.000 Patienten in die Studie einbeziehen. Die Nachbeobachtungszeit der Herzinfarkt-Patienten betrug rund 15 Jahre.

Die Forschenden stellten fest, dass bei den beobachteten Patienten, die im Beobachtungszeitraum Depressionen entwickelten, das Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken, 2 1/2-fach erhöht war. „Wir wissen mittlerweile sehr gut, dass depressive Symptome ein Risiko für eine koronare Herzerkrankung darstellen. Neu ist, dass die psychische Erkrankung bei diesen Patienten auch einen Risikofaktor für Diabetes darstellt“, sagte der Erstautor der Studie, Raphael Peter.

Außerdem zeigte sich, dass bei den Betroffenen mit Diabetes auch die Gefahr für erneute kardiovas­kuläre Komplikationen wie einen Zweitinfarkt oder Schlaganfall bis hin zum frühzeitigen Tod erhöht war – und zwar um den Faktor 6,5.

Als Folgerung aus ihrer Untersuchung fordern die Autoren der Studie, in der Nachsorge von Herzinfarkt-Patienten auch die psychische Verfassung der Betroffenen stärker zu berücksichtigen. © hil/aerzteblatt.de

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