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Medizin

Nierenzellkarzinom: Maßgeschneiderter Immuntherapieansatz mit besseren Ansprechraten

Samstag, 12. Juni 2021

/Chutima, stock.adobe.com

Der aktuelle Trend zur weiteren Personalisierung führt zu maßgeschneiderten Immuntherapieansätzen, bei den die möglichen Vorteile von immuntherapeutischen „Boosts“ nach Therapieversagen unter Monotherapie analysiert werden.

Das Nierenzellkarzinom gehört zur Gruppe der immunogenen Tumoren. Dieser Tumortyp ist charakterisiert durch Infiltration von immuninhibitorischen Zellen, wie regulatorische T-Zellen und Myeloide Suppressorzellen in die Tumormikroumgebung.

In den letzten Jahren hat sich ein Fortschritt im Management des Nierenzellkarzinom unter Immun-Inhibitoren gezeigt, wie zum Beispiel Anti-PD1 (programmed cell death-1, z.B. Nivolumab) und TKI (Tyrosinkinase-Inhibitoren).

Vor diesem Hintergrund stellten Grimm et al. (JCO 2021; DOI: 10.1200/JCO.2021.39.15_suppl.4576) aktuelle Analysen aus TITAN-RCC (NCT02917772) vor. TITAN-RCC untersuchte beim Nierenzellkarzinom die Kombination aus Nivolumab (Nivo) plus Ipilimumab (Ipi, Anti-CTLA-4) in Second-Line bei Non-Respondern nach Nivo-Induktion. Patienten mit anfänglichem partiellem oder vollständigem Ansprechen (PR/CR) setzten die Nivo-Erhaltungstherapie fort, erhielten jedoch bei späterer Progression (PD) ebenfalls Nivo plus IPi „Boosts“.

Insgesamt wurden 207 Patienten (medianes Alter: 65, 71 % männl.) mit fortgeschrittenem Nieren­zellkarzinom eingeschlossen, die zunächst eine Therapie mit Nivo (240 mg, Q2W) begannen. Patienten mit früher signifikanter Progression in Woche 8 oder Non-Respondern in Woche 16 erhielten 2 bis 4 Nivo plus IPi „Booster“-Zyklen. Responder (PR/CR) auf eine Nivo-Monotherapie setzten diese als Erhaltungs­therapie fort und konnten bei späterer Progression Nivo plus IPi erhalten.

Der primäre Endpunkt ist der vom Prüfarzt bewertete objektive Ansprechrate (ORR). Sekundäre Endpunkte umfassten unter anderem Ansprechraten unter Nivo plus IPi „Boost“ und das Nebenwir­kungsprofil.

Laut IMDC-Kriterien hatten 71 % ein mittleres und 25 % der eingeschlossenen Patienten ein geringes Progressions-Risiko an Baseline. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 12,8 Monaten betrug die ORR unter Nivo-Mono 23 % und 33 % unter Nivo plus IPi. 66 Prozent der Gesamtpopulation erhielt mindestens ein Zyklus Nivo plus Ipi. Behandlungsbedingte Nebenwirkungen der Grade 3 und 4 traten bei 37 Prozent der Patienten auf. Diese umfassten beispielsweise erhöhte Lipase-Werte (7,2%), Durchfall (4,8%), erhöhte Amylase-Werte (2,4%) und Hautausschlag (1%).

Der maßgeschneiderte Ansatz mit Nivo plus Ipi führte laut Studienautoren zu verbesserten Ansprechraten im Vergleich zur Nivo-Monotherapie. Die aktuelle Analyse legt nahe, dass fast die Hälfte der Patienten, die „Boosts“ unter Progression erhielten, entweder ein partielles oder vollständiges Ansprechen (PR/CR: 18 %) oder eine stabile Erkrankung (stable disease, SD: 30 %) erreichten und zwar unabhängig von der anfänglichen oder späteren Progression unter Nivo. Weitere Follow-up-Analysen werden folgen, um die Dauer und Tiefe des Ansprechens auszuwerten. © cw/aerzteblatt.de

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