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Politik

Laumann will für Auffrischungs­impfungen auch Betriebsärzte einsetzen

Donnerstag, 10. Juni 2021

/picture alliance, Sebastian Gollnow

Düsseldorf – Nordrhein-Westfalens Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) will die wohl schon ab Herbst anstehenden Coronaauffrischungsimpfungen möglichst in die Hände der niedergelassenen und Betriebsärzte legen. Die Impfzentren könnten in der Endphase der ersten Impfkampagne eine andere Rolle übernehmen, sagte Laumann gestern im Gesundheitsausschuss des Landtags. In Gebieten oder Stadtteilen, wo die Kommunen mit den Impfquoten etwa aufgrund bestimmter Sozialstrukturen unzufrieden seien, könnten die Impfzentren mobile Teams ausschicken.

Im weiteren Verlauf der Impfkampagne sei es aber erstrebenswert, dass die Coronaimpfungen im medizinischen Regelsystem verabreicht würden.

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Vielleicht seien die Impfungen über mehrere Jahre notwendig. Die Finanzierung der Impfzentren in Kreisen und kreisfreien Städten ist bis Ende September gesichert. Auch die anstehenden Impfungen von 12- bis 16-jährigen Kindern und Jugendlichen möchte Laumann nicht von Impfzentren machen lassen. Diese Aufgabe sollten Haus- und Kinderärzte übernehmen.

Laumann rechnet damit, dass aufgrund der Impfstoffknappheit bis zur dritten Juni-Woche in den Impfzentren nur Zweitimpfungen möglich sein werden. Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium geht davon aus, dass die Lieferungen nach der Delle bis Mitte Juni dann wieder hochgefahren werden. Im dritten Quartal (Juli bis September) bekomme Deutschland insgesamt bis zu 130 Millionen Impfdosen aller Hersteller.

Allerdings sei noch unklar, ob der Impfstoff gleichmäßig über alle Wochen geliefert werde. „Der begrenzende Faktor beim Impfen ist nach wie vor der Impfstoff“, sagte Laumann. Die Landesregierung will jedem Impfwilligen im Sommer ein Impfangebot machen.

Erleichtert äußerte sich Laumann über die Entspannung der Coronalage in den Krankenhäusern. Gestern hätten in den Kliniken in NRW noch 967 COVID-19-Patienten gelegen, davon 337 auf Intensivstationen. 263 Patienten seien in Beatmung. Die Kliniken seien wieder in der Lage, auch andere medizinische Eingriffe anzubieten. © dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #867358
Claus69226
am Freitag, 11. Juni 2021, 00:21

Betriebsärzte von Ministern eingesetzt?

Betriebsärzte werden nach meiner Kenntnis nicht von Ministern eingesetzt. Betriebsärzte werden von Arbeitgebern gemäß ASiG bestellt und primär für die gesetzlich zu erfüllende arbeitsmedizinische Betreuung angestellt oder honoriert. Angestellte Betriebsärzte impfen im Rahmen der Pandemie laut §6 der aktuellen "Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2" quasi ehrenamtlich und zusätzlich zu ihren originären Aufgaben, bzw. die Unternehmen finanzieren die Impfkampagnen altruistisch mit. Und dafür dürfen sich Betriebsärzte vor den Mitarbeitern dann noch erklären, warum bei uns die bereits gestern angekündigte digitale Impf-App nicht funktioniert...
Einen kompetenten Minister sollte man da einsetzen...
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