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Medizin

COVID-19-Impfstoff von Astrazeneca offenbar mit leicht erhöhtem ITP-Risiko assoziiert

Donnerstag, 10. Juni 2021

/picture alliance, NurPhoto

Oxford – Der COVID-19-Impfstoff Vaxzevria von Astrazeneca ist offenbar mit einem leicht erhöhten Risiko für idiopathische thrombozytopenische Purpura (ITP) assoziiert. Das zeigt eine in Nature Medicine erschienene eine Analyse von 2,5 Millionen erwachsenen Schotten, die entweder mit Vaxzevria oder dem mRNA-Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer geimpft worden waren (Nature Medicine 2021; DOI: 10.1038/s41591-021-01408-4).

ITP ist eine Autoimmunkrankheit, die zu einem vermehrten Abbau von Blutplättchen und in der Folge zu einer erhöhten Blutungsneigung führen kann. Lebensbedrohliche Blutungen sind extrem selten. Ihren Namen verdankt die Erkrankung den punktförmigen Blutungen (Petechien) in der Haut.

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Dem Bericht zufolge betrug die adjustierte Rate Ratio 5,77 (95%-KI 2,41–13,83), mit einer geschätzten Inzidenz von 1,13 (0,62–1,63) Fällen pro 100.000 Impfdosen.

Die britische Studie zeigt darüber hinaus, dass im Zusammenhang mit der Vaxzevria-Impfung auch das Risiko für andere Blutungen (aRR 1,48 [95%-KI 1,12–1,96]) sowie arterielle thromboembolische Ereignisse (aRR 1,22 [95%-KI 1,12–1,34]) erhöht sein könnte.

Risiken vergleichbar mit Masern- und Grippeimpfung

Diese sehr kleinen Risiken seien bedeutsam, aber selten, und vergleichbar mit denjenigen anderer Vakzine, etwa den Impfstoffen gegen Hepatitis B, Masern, Mumps, Röteln und Grippe, heißt es in einer Mitteilung der Universität.

Aziz Sheikh von der University of Edinburgh und seine Kollegen hatten Blutungs- und vaskuläre Ereignisse in Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung bei 2,53 Millionen Erwachsenen in Schottland analysiert. Die Studienteilnehmer hatten im Untersuchungszeitraum ihre erste Impfdosis erhalten, zumeist von den Vakzine nvon Astrazeneca und Biontech/Pfizer.

Es zeigte sich, dass in den 27 Tage nach der Impfung mit Vaxzevria etwas mehr Fälle von ITP aufgetreten waren. Die Häufigkeit lag bei 1,13 Fällen pro 100.000 Erstimpfungen. Im gleichen Zeitraum waren auch die Risiken anderer arterieller Gerinnungs- und Blutungsereignisse sehr leicht erhöht.

Um zu untersuchen, ob auch die Zahl der bereits mit dem Impfstoff von Astrazeneca in Zusammenhang gebrachten Sinusvenenthrombosen erhöht war, hätten die Daten nicht ausgereicht, berichten die Wissenschaftler um Sheik.

Nach einer Impfung mit dem mRNA-Vakzin Comirnaty von Biontech/Pfizer sei keines der untersuchten Ereignisse vermehrt aufgetreten, ergänzen sie.

Risiko der COVID-19-Erkrankung überwiegt weiterhin Impfrisiken

Die Autoren betonen, dass ihre Ergebnisse im Kontext des eindeutigen Nutzens des Impfstoffs von Astrazeneca verstanden werden müssten. Das Risiko, eine schwere Impfstoffnebenwirkung zu erleiden, so um ein Vielfaches geringe als das mit einer schweren COVID-19-Erkrankung einhergehende Risiko, speziell in der älteren oder vulnerablen Bevölkerunggruppen.

In die Studie wurden – dem Impfprogramm in Großbritannien geschuldet – relativ wenig jüngere Menschen unter 40 Jahren eingeschlossen. Weiter untersucht werden müsse deshalb das ITP-Risiko bei jüngeren Impflingen sowie nach der zweiten Dosis, so die Wissenschaftler. © nec/aerzteblatt.de

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