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EU-Behörde: Millionen fehlerhafte Anti-Corona-Produkte sichergestellt

Freitag, 11. Juni 2021

/picture alliance, ROBIN UTRECHT

Brüssel – Seit Beginn der Coronapandemie sind in der EU massenhaft gefälschte und fehlerhafte Produkte zum Gesundheitsschutz sichergestellt worden. Durch Ermittlungen der EU-Betrugsbe­kämpfungsbehörde Olaf seien rund 52 Millionen minderwertige Handgels, Schutzmasken und Testkits aufgespürt worden, erklärte die Behörde gestern in ihrem Jahresbericht für 2020. Dabei wurden demnach 1150 verdächtige Händler identifiziert.

„Seit März 2020 haben wir die wachsende Bedrohung durch gefälschte, minderwertige oder unsichere Produkte untersucht und darauf reagiert“, erklärte Olaf-Generaldirektor Ville Itala. Die Produkte stammen demnach häufig aus Drittstaaten. „Viele Unternehmen sind opportunistisch, in dem Versuch, von der Pandemie zu profitieren, in eine Tätigkeit eingestiegen sind, ohne jegliche Erfahrung auf diesem Gebiet zu haben“.

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„Über Nacht sind in vielen EU-Ländern und außerhalb lange Ketten von Zwischenhändlern entstanden, um die Identität der Betrüger zu verschleiern“, fügte der stellvertretende Olaf-Chef Ernesto Bianchi hinzu. Das Ergebnis sind etwa Handgels, die gefährliche Mengen an Methanol enthalten, minderwertige Masken und nicht zertifizierte Testkits.

Zufrieden sind die EU-Betrugsbekämpfer laut Jahresbericht mit ihrem frühzeitigen Vorgehen gegen gefälschte Impfstoffe. „Noch bevor der erste Impfstoff verabreicht wurde, haben wir Alarm wegen Angeboten von gefälschten Impfstoffen geschlagen“, erklärte Itala. Dadurch sei Betrug in diesem Bereich „soweit wir wissen“ verhindert worden.

Im Jahr 2020 hat Olaf dem Bericht zufolge insgesamt 230 Betrugsuntersuchungen abgeschlossen und 375 Empfehlungen an nationale und EU-Behörden ausgesprochen. Die Behörde wird künftig eng mit der neu geschaffenen Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO) zusammenarbeiten, die am 1. Juni ihre Arbeit aufgenommen hat und die ebenfalls für Betrugsfälle zuständig ist. Im Gegensatz zu Olaf verfügt EPPO über Strafverfolgungsbefugnisse. © afp/aerzteblatt.de

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