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Ärzteschaft

Rheinland-Pfalz: Jeder vierte berufstätige Arzt ist über 60

Freitag, 11. Juni 2021

/Halfpoint, stock.adobe.com

Mainz – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Rheinland-Pfalz befürchtet, dass die flächendeckende Gesundheits­versorgung im Land künftig gefährdet sein könnte. Denn laut der aktuellen Ärztestatistik (Stichtag 31.12.2021) ist inzwischen landesweit bereits fast jeder berufstätige Arzt sechzig Jahre oder älter.

„Das zeigt erneut sehr deutlich, dass immer mehr Ärzte immer näher an die Phase ihres Ruhestandes heranrücken, aber immer weniger junge in Deutschland aus- und weitergebildete Ärzte nachrücken“, fasste Kammerpräsident Günther Matheis die demografische Entwicklung innerhalb der Ärzteschaft zusammen. Um eine flächendeckende Versorgung aufrechtzuhalten, bestehe dringender Handlungs­bedarf.

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So waren laut Ärztestatistik im Jahr 2020 insgesamt 22.601 Ärzte bei der Lan­des­ärz­te­kam­mer registriert; von ihnen sind 19.019 berufstätig. 7.636 Ärzte davon arbeiten ambulant, 9.007 sind im Krankenhaus tätig. Lediglich 2.209 der gemeldeten Mediziner waren zwischen 35 und 39 Jahre alt.

Zum Vergleich: Vor zwanzig Jahren lag der Anteil der jungen Ärzte mit 2.443 deutlich höher. Vor allem der ambulante Bereich hat mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen: Laut Statistik waren 449 ambulant arbeitende Ärzte zwischen 35 und 39, im Jahr 2000 waren es mit 811 noch fast doppelt so viele.

Gleichzeitig steigt die Zahl der Ärzte, die zwischen 50 und 59 Jahre alt sind. Gab es im Jahr 2000 in dieser Altersgruppe noch 1.990 ambulant tätige Ärzte, so waren es in 2020 schon 2.659. Der Anteil der 60- bis 65-Jährigen wuchs im selben Zeitraum von 528 auf 1.458. Der Anteil derjenigen, die über 65 sind und im ambulanten Bereich arbeiten, stieg von 164 (2000) auf 1.260 (2020) und hat sich damit mehr als versiebenfacht. „Diese Entwicklung ist mehr als bedenklich“, mahnte Matheis.

Insgesamt ist die Zahl der registrierten Ärzte der Statistik zufolge 2020 im Vergleich zum Vorjahr zwar um 1,9 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sei in den vergangenen Jahren aber auch der der Bedarf an Ärzten gewachsen und werde künftig sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich weiter steigen.

Darüber hinaus arbeiten immer mehr Ärzte in Teilzeit. Schätzungen zufolge werden inzwischen deshalb mindestens 1,6 Ärzte benötigt, um einen ausscheidenden Arzt zu ersetzen. „Wir brauchen daher dringend mehr Köpfe im Versorgungssystem“, forderte Matheis. Eine Erhöhung der Anzahl der Medizin­studienplätze ist für ihn deshalb essenziell. © hil/sb/aerzteblatt.de

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