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Medizin

Muskelinvasives Blasenkarzinom: Erste Daten zur neuen Kombination mit Atezolizumab neoadjuvant

Dienstag, 15. Juni 2021

/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

Alexandria – Cisplatinbasierte Kombinationen haben sich beim muskelinvasiven Blasenkarzinom als neoadjuvante Chemotherapie vor radikaler Zystektomie (RC) etabliert. Ein Beispiel dafür ist die Kombi­nation aus Gemcitabin plus Cisplatin (GC) neoadjuvant, die im Vorfeld einer RC zu einem Downstaging auf Nicht-MIBC (<pT2N0) beitragen kann, was mit einem verbesserten Überleben korreliert. Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICI) ergänzen das Behandlungsspektrum des metastasierten Urothelkarzinoms und kommen nun auch im neoadjuvanten Setting infrage.

Basierend auf den Erkenntnissen zu Atezolizumab (A, Anti-PD-L1) beim metastasierten Blasenkarzinom (mBC) analysierten Funt et al (JCO 2021; DOI:10.1200/JCO.2021.39.15_suppl.4517) in einer Phase-II-Studie die 3-fach Kombination aus GC+A als neoadjuvante Therapieoption bei MIBC-Patienten (NCT02989584).

Die für das Ansprechen auswertbare Studienpopulation umfasste 39 Patienten (85 % männl., medianes Alter: 65) mit MIBC (cT2-T4aN0M0, 79 % cT2N0, 18 % cT3N0 und 3 % cT4N0 3 %). Das Therapieregimen umfasste zunächst eine Einzeldosis A (1200 mg i.v.), dann 2 Wochen später C (entweder 70 mg/m2 i.v. an Tag 1 oder 35 mg/m2 an Tag 1 und 8), G (1000 mg/m2 an Tag 1 und 8) und A (1200 mg i.v. an Tag 8) alle 21 Tage für 4 Zyklen, gefolgt von RC.

Der primäre Endpunkt war der Anteil der Patienten mit Downstaging auf Nicht-MIBC (<pT2N0). Sekun­däre Endpunkte umfassten der Anteil an Patienten mit pT0N0 und das rezidivfreie Überleben (RFS) sowie Daten zur Sicherheit.

Den primären Endpunkt erreichten 69 % der Patienten bei RC, darunter 44 % mit pT0N0. Alle Patienten, die <pT2N0 erreichen, verzeichneten über einen medianen Beobachtungszeitraum von 12 Monaten keinen Rückfall. Das mediane RFS wurde bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 16,7 Monaten nicht erreicht.

Die häufigsten behandlungsbedingten Nebenwirkungen Grad 3 bis 4 waren zum großen Teil chemo­therapiebedingt und umfassten Neutropenie (36 %), Lymphopenie (16 %) sowie Anämie (11 %). Mögliche immunvermittelte Nebenwirkungen (Grad 3 bis 4) wurden bei drei Patienten beobachtet mit Erhöhung der Pankreasenzyme (asymptomatisch), Pankreatitis und Hepatitis. Das Nebenwirkungsprofil war laut Studienautoren handhabbar und hatte keine Auswirkungen auf den geplanten RC-Eingriff.

Nur 10% der Patienten hatten PD-L1-positive Tumoren, was im Vergleich zu den bisher veröffentlichten Raten zum MIBC (40% positiv; Nature 2019; DOI: 10.1038/s41591-019-0628-7) relativ niedrig war. Obwohl alle Patienten mit PD-L1-positiven Tumoren ein Downstaging erreichten, waren PD-L1-positive Tumoren keine Indikatoren für ein pathologisches Downstaging nach Therapie, da auch unter den PD-L1-negativ-Patienten 85% ansprachen.

Die 3-fachkombination aus GC+A im neoadjuvanten Setting ist laut Einschätzung der Studienautoren ein wirksames und sicheres Therapieregime zur Behandlung von Patienten mit MIBC. Untersuchungen zu weiteren genetischen und immunbedingten Faktoren, die ein Therapieansprechen oder -resistenz unter GC+A beeinflussen, sind gegenstand aktueler Forschung. © cw/aerzteblatt.de

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