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Coronazahlen weiter sinkend, Impfquote steigt

Montag, 14. Juni 2021

/picture alliance, Christian Ohde

Berlin – Erstmals seit mehr als acht Monaten haben die Gesundheitsämter in Deutschland weniger als 1.000 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. So registrierte das RKI 549 neue Fälle, wie aus Zahlen von heute Morgen hervorgeht. Sie geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen pro Tag am 21. September mit 922 dreistellig.

Vor einer Woche hatte der Wert bei 1.117 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI heute Morgen mit bundesweit 16,6 an (Vortag: 17,3, Vorwoche: 24,3). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 10 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 22 Tote.

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Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.715.518 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.580.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.844 angegeben.

Im sechsten Monat nach dem Start der Coronaimpfkampagne in Deutschland hat beinahe die Hälfte der Bevölkerung mindestens eine erste Dosis erhalten. Die Quote der erstgeimpften Bürgerinnen und Bürger lag nach Daten des Robert-Koch-Instituts von gestern bei 48,1 Prozent, 25,7 Prozent haben bereits den vollen Schutz.

Das bedeutet aber auch, dass viele Millionen Menschen noch ungeschützt oder erst teilgeschützt sind. Eine einmalige Impfung biete noch nicht genügend Schutz vor einer Infektion, betonte RKI-Präsident Lothar Wieler Anfang Juni. Anders ist das nur beim Janssen-Impfstoff, der bereits nach einer Dosis vollen Schutz bietet. Um weitgehend auf Maßnahmen verzichten zu können, brauchten mehr als 80 Prozent der Bevölkerung einen Immunschutz – entweder durch vollständige Impfung oder durchgemachte Infektion plus Impfung. Sollte man künftig einer noch ansteckenderen Virusvariante die Stirn bieten müssen, wäre wohl ein noch höherer Anteil nötig.

„Die zunehmenden Impfungen helfen dabei, die Infektionszahlen zu senken. Aber dass sie zuletzt nicht allein den Unterschied machten, sieht man daran, dass die Inzidenzen auch in weitgehend ungeimpften Altersgruppen gesunken sind“, sagte der Immunologe Carsten Watzl der Deutschen Presse-Agentur.

Gesundheitsdaten aus Israel weisen allerdings darauf hin, dass eine hohe Impfquote im Land offenbar das Risiko für ungeimpfte Jugendliche vermindern kann, sich mit Corona anzustecken. Mit zunehmender Zahl geimpfter Erwachsener wurden demnach immer weniger unter 16-Jährige positiv auf Corona getestet, berichten israelische Forscher im Fachjournal Nature Medicine. Allerdings seien weitere Analysen zu diesem Effekt nötig.

Experten aus Virologie und Epidemiologie erwarten, dass sich die Last durch die Krankheit mit fortschreitenden Impfungen immer weiter reduziert: mit weniger Krankenhausbehandlungen, weniger Fällen auf Intensivstationen und weniger Todesfällen. Der Virologe Christian Drosten stellte im NDR-Info-Podcast „Coronavirus-Update“ in Aussicht, dass man irgendwann über den Sommer „zu einer anderen Betrachtung der ganzen Bedrohungslage“ kommen müsse.

„Die Länder, die eine Durchimpfung von 50 oder 60 Prozent haben, dürften dieses Jahr keine größeren landesweiten Ausbrüche oder Wellen mehr erleben, wie wir sie gerade in Indien sehen“, sagte der US-Epidemiologe Michael Osterholm kürzlich Zeit Online mit Blick auf die USA, Großbritannien und Israel. Auch für Deutschland erwartet das RKI bei vorsichtigen Öffnungsschritten und zunehmender Durch­impfung in nächster Zeit kein unkontrolliertes Infektionsgeschehen mehr.

Watzl befürchtet für Deutschland, dass Impfmüdigkeit einsetzen könnte, wenn erst einmal 50 Prozent und mehr geimpft sind: „Wenn es uns gelingt, die Inzidenzen über den Sommer niedrig zu halten, werden sich 30-Jährige, die im Frühjahr nicht an einen Impftermin gekommen sind, vielleicht fragen, warum sie sich jetzt noch impfen lassen sollten. Sie könnten sich fragen, wo denn ihr Risiko ist.“ Auch in anderen Ländern, die bereits höhere Quoten aufweisen, zeigte sich, dass die Kampagnen ab einem gewissen Punkt ins Stocken gerieten – teils wird dort nun mit allen erdenklichen Anreizen für den Piks geworben.

Dabei ist der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) sicher, dass es eine vierte Welle geben wird, spätestens im Herbst. „Wie groß sie ausfallen wird, hängt vom Impferfolg und der Höhe der Inzidenzen am Ende des Sommers ab.“

Vermieden werde müsse ein Szenario, bei dem ein Teil der Bevölkerung erst im Herbst bei direkter Konfrontation mit der Virusgefahr wieder ans Impfen denkt: „Dann bekommen wir ein logistisches Problem.“ © dpa/aerzteblatt.de

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