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Medizin

Zwischenanalysen aus ALPINE CLL/SLL: BTK-I der nächsten Generation vorteilhafter

Freitag, 18. Juni 2021

/David A Litman, stock.adobe.com

Alexandria – Die Hemmung der Bruton-Tyrosinkinase (BTK) ist ein wirksamer Behandlungsansatz für Patienten mit mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) und kleinzelligen lymphozytischen Lymphom (SLL).

Die derzeit noch laufende globale, randomisierte Phase-3-Studie ALPINE (NCT03734016) vergleicht die Wirksamkeit und Sicherheit von Ibrutinib, einem BTK-Inhibitor der 1. Generation, mit Zanubrutinib, einem hochselektiven BTK-Inhibitor der 2. Generation, bei Patienten mit CLL/SLL. Zanubrutinib wurde entwickelt, um die BTK-Affinität zu maximieren und Off-Target-Hemmungen beispielsweise auf TEC- und EGFR-Kinasen zu minimieren, erläuterte Peter Hillmen vom St. James’s University Hospital in Leeds (UK) anlässlich des EHA 2021.

Eine vollständige und anhaltende BTK-Hemmung mit Zanubrutinib könnte das Outcome von CLL/SLL-Patienten verbessern. So zeigte Zanubrutinib in einer frühen klinischen Studie (Phase-1) ermutigende Ergebnisse bei CLL/SLL-Patienten mit einer geringen Inzidenz schwerer Toxizität (Blood 2019; DOI: 10.1182/blood.2019001160; NCT02343120).

Anlässlich des EHA 2021 präsentierte Hillmen nun erste Ergebnisse einer Zwischenanalyse aus ALPINE (BGB-3111-305) mit den ersten 415 von insgesamt 652 geplanten Patienten mit rezidivier­ter/refraktärer (R/R) CLL/SLL über einen Beobachtungszeitraum von 12 Monaten.

Patienten mit R/R CLL/SLL wurden 1:1 entweder auf Zanubrutinib (2x tgl. 160 mg) oder Ibrutinib (1x tgl. 420 mg) randomisiert. Der primäre Endpunkt war die vom Prüfarzt bewertete Gesamtansprechrate (ORR) entsprechend der 2008 iwCLL-Leitlinien für CLL (Blood 2018; DOI: 10.1182/blood-2017-09-806398) und der Lugani-Kriterien für SLL.

Die Baseline-Charakteristika in den beiden Behandlungsgruppen waren relativ ausgeglichen, zum Beispiel in Bezug auf Alter (65 Jahre: 62,3% Zanubrutinib (Z) vs. 61,5% Ibrutinib (I)), männliches Geschlecht (68,6% Z vs. 75% I), Vortherapien (>3 Therapielinien 7,2 % Z vs. 10,1 % I), Mutationsstatus (del17p 11,6 % Z vs. 12,5 % I, TP53 mutiert ohne del17p 8,2 % Z vs. 5,8 % I).

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 15 Monaten war die ORR unter Zanubrutinib signifikant höher als im Vergleich zu Ibrutinib (78,3 % vs. 62,5%, p=0,0006). In den beiden Subgruppen der Patienten mit del11q-Mutation lag die ORR bei 83,6% Z versus 69,1% I und del17p-Mutation bei 83,3% Z versus 53,8% I. Die Raten des 12-Monats-PFS und -OS waren unter Zanubrutinib ebenfalls höher mit 94,9 % versus 84,0 % und 97,0 % versus 92,7 %.

Hinsichtlich des präspezifizierten Sicherheitsendpunkts Vorhofflimmern lag die Rate unter Zanubrutinib im Vergleich zu Ibrutinib signifikant niedriger (2,5% vs. 10,1%). Weitere Nebenwirkungen, wie schwere Blutungen (2,9 % vs.3,9%), Infektionen (Grad 3: 12,7 % vs. 17,9 %) und andere unerwünschte Ereignisse, die zum Therapieabbruch (7,8% vs. 13,0%) oder zum Tod (3,9% vs. 5,8 %) führten, waren ebenfalls niedriger in der Zanubrutinib-Gruppe. Allerdings war die Neutropenie-Rate unter Zanubrutinib höher (28,4 % vs. 21,7 %), betonte Hillmen.

Innerhalb dieser ersten Zwischenanalysen aus ALPINE zeigte Zanubrutinib bei Patienten mit R/R CLL/SLL eine überlegene Ansprechrate, ein verbessertes PFS und eine niedrigere Rate an Vorhof­flimmern im Vergleich zu Ibrutinib. Diese Daten bestätigen, dass eine selektivere und anhaltendere BTK-Hemmung zu verbesserten Wirksamkeits- und Sicherheits-Ergebnissen beitragen kann, so das Fazit von Prof. Hillmen. © cw/aerzteblatt.de

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