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Medizin

Studie: Raucherentwöhnung bei werdenden Vätern häufig erfolgreich

Mittwoch, 14. Juli 2021

/picture alliance, Robert Schlesinger

Hongkong – Ein kurzer Atemtest, eine Wochenration für eine Nikotinersatztherapie und die Einladung zu einem kostenlosen Raucherentwöhnungsprogramm haben in einer randomisierten Studie in JAMA Internal Medicine (JAMA 2021; DOI: 10.1001/jamainternmed.2021.2757) den Anteil der angehenden Väter verdoppelt, die nach 6 Monaten das Rauchen aufgegeben hatten.

Eine Schwangerschaft ist eine gute Gelegenheit, den männlichen Partner auf die schädlichen Auswir­kungen des Passivrauchens auf die Gesundheit des ungeborenen Kindes hinzuweisen. Zum einen begleiten viele Männer ihre Frauen zu den Vorsorgeuntersuchungen (bei denen es im Ultraschall etwas zu sehen gibt). Zum anderen sind die angehenden Väter in dieser Zeit empfänglich für gesundheitliche Ratschläge.

Für eine Raucherentwöhnung des Lebenspartners gibt es gute Gründe. Studien haben gezeigt, dass das Passivrauchen der Schwangeren negative Auswirkungen auf den Fötus haben kann. Das Risiko von Totgeburt, Geburtsfehlern und neurologischen Entwicklungsverzögerungen ist erhöht.

Ein Team um Man Ping Wang von der School of Nursing der Universität Hongkong hat untersucht, ob die Lebenspartner mit einer einfachen Intervention dazu motiviert werden können, das Rauchen aufzu­geben. Die Intervention bestand darin, dass die Männer gebeten wurden, in ein Gerät („Smokerlyzer“) zur Bestimmung der CO-Konzentration zu blasen.

Das Ergebnis wurde ihnen sogleich gezeigt – mit einem Warnhinweis auf die Risiken für den Fötus. Danach wurde ihnen eine Wochenration von Nikotinpflastern oder (bei leichteren Rauchern) Nikotin­kaugummis überreicht, verbunden mit der Einladung, sich an eine der zahlreichen und in Hongkong kostenlosen Beratungsstellen für Raucher zu wenden.

Diese Strategie hat sich in der randomisierten Studie als durchaus erfolgreich erwiesen. Von den 527 Rauchern nahmen 430 an einer Kontrolluntersuchung nach 6 Monaten teil (wofür sie eine Belohnung von 300 Hongkong-Pfund entsprechend etwa 32 Euro erhielten). Primärer Endpunkt war eine CO-Konzentration im „Smokerlyzer“ von weniger als 3 ppm.

Dieses Ziel schafften immerhin 36 von 527 Teilnehmern (6,8 %). In der randomisierten Kontrollgruppe, in der die werdenden Väter nur eine kurze ermahnende Ansprache erhalten hatten, bestanden nur 19 von 526 Teilnehmern (3,6 %) den Smokerlyzer-Test. Wang ermittelt eine Odds Ratio von 1,96, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,11 bis 3,46 signifikant war.

Auch die 7-Tage-Punktprävalenz einer Abstinenz nach 3 Monaten (Odds Ratio 1,48; 1,05-2,09) und 6 Monaten (Odds Ratio 1,74; 1,29-2,34) war nach der Raucherentwöhnung höher. Die Teilnehmer waren hier gefragt worden, ob sie in den letzten 7 Tagen geraucht hätten. Von den Männern, die das Rauchen nicht aufgegeben hatten, berichtete ein Viertel (24,3 %), dass sie die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten um die Hälfte gesenkt habe.

Die befürchtete Nebenwirkung, dass das Thema Raucherentwöhnung eine Ehekrise heraufbeschwören könnte, ist offenbar nicht eingetreten. Harmonie und Glück in der Familie wurden bei der Kontroll­untersuchung nach 6 Monaten von den Männern, die am Rauchstopp teilgenommen hatten, als besser eingestuft als in der Kontrollgruppe. © rme/aerzteblatt.de

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