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Analyse: Corona-Warn-App ähnlich effektiv wie analoge Kontaktverfolgung

Dienstag, 15. Juni 2021

/picture alliance, Fleig, Eibner-Pressefoto

Berlin – Über die Corona-Warn-App werden ähnlich viele Infizierte angesprochen wie über die analoge Kontaktverfolgung durch die Gesundheitsämter. Das legt eine erste Auswertung der Smartphone-Anwendung durch das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) und das Robert Koch-Institut (RKI) nahe. Die App wurde vor einem Jahr erstmals in den Stores von Google und Apple angeboten und mittlerweile mehr als 28 Millionen Mal heruntergeladen.

Für die vorläufige Analyse zogen die Autoren zwei Datenquellen heran. Zum einen haben Nutzer der App seit März die Möglichkeit, bestimmte Daten unter Wahrung ihrer Anonymität, zu spenden. Acht Millionen Anwender machten nach Angaben des BMG davon Gebrauch.

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Aus den Angaben lasse sich unter anderem ableiten, dass Nutzer, die ein positives Coronatestergebnis über die App teilten zwischen fünf und zehn andere Nutzer warnten, die daraufhin eine rote Warnmeldung durch die App erhielten.

Zum anderen führten die Autoren eine Online-Befragung unter denjenigen Nutzern durch, die eine solche Warnmeldung erhalten hatten. Diese umfasste eine Erstbefragung, an der knapp 26000 Nutzer teilnahmen und eine Folgebefragung fünf Tage später, auf die rund 15500 Nutzer antworteten.

Fast 90 Prozent hatten die Risikoermittlung durchgehend genutzt. Zwei Drittel wurden nach eigenen Angaben von der Risikomeldung überrascht. Rund 65 Prozent der Gewarnten gab an, einen Test machen zu wollen, weitere 15 Prozent wollten zunächst einen ärztlichen Rat einholen.

Rund 87 Prozent der Nutzer erklärten in der Folgebefragung, einen Test gemacht zu haben. Den Angaben zufolge wurden sechs Prozent von ihnen positiv auf SARS-CoV-2 getestet und teilten dieses Ergebnis mehrheitlich über die Corona-Warn-App.

Grob hochgerechnet hätten so, basierend auf der Studienpopulation, zwischen 110.000 und 230.000 App-Nutzer nach einer Warnung als positiv identifiziert werden können. Das entspreche etwa der Positivrate, die bei der analogen Kontaktnachverfolgung beobachtet werden könne.

Die Anwendung leiste somit einen wichtigen Beitrag, um Infektionsketten zu brechen, so die Autoren. Der Nutzen könne zudem mit jedem weiteren Nutzenden weiter gesteigert werden. Eine differenzierte Aufarbeitung der Ergebnisse will das RKI im Herbst nachliefern. © alir/aerzteblatt.de

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