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Medizin

COVID-19: 3. Impfdosis kann Organtransplantierte besser schützen

Dienstag, 15. Juni 2021

/picture alliance, Keita Iijima

Baltimore – Bei Organtransplantierten, die wegen ihrer Immunsuppression nach den ersten beiden Dosen der COVID-19-Impfung nur eine unzureichende Antikörperreaktion erreichen, könnte sich der Versuch einer 3. Dosis (eventuell mit einem anderen Impfstoff) lohnen. US-Mediziner berichten in einer Fallserie in den Annals of Internal Medicine (2021; DOI: 10.7326/L21-0282) über gute Erfahrungen.

Organtransplantierte sind während der Coronaepidemie auf 2-fache Weise gefährdet. Zum einen erhöhen die Immunsuppressiva, die sie zum Schutz vor Abstoßungsreaktionen lebenslang einnehmen müssen, ihr Risiko auf einen schweren Verlauf von COVID-19. Zum anderen bleibt die Impfung häufig wirkungslos, da die Medikamente die Bildung von schützenden Antikörpern verhindern.

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In einer Kohorte von 436 Organtransplantierten, die ein Team um Dorry Segev von Johns Hopkins Medicine in Baltimore begleitet, war es nach der 1. Dosis eines mRNA-Impfstoffs (BNT162b2 von Biontech/Pfizer oder mRNA-1273 von Moderna) nur bei jedem 5. Patienten zur Bildung von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 gekommen. Nach der 2. Dosis erreichte dann jeder 2. Patient eine Antikörperantwort.

Inzwischen haben 30 Patienten eine 3. Dosis erhalten. Bei 24 Patienten waren die Ärzte auf einen anderen Impfstoff gewechselt: 9 Patienten erhielten den jeweils anderen mRNA-Impfstoff, 15 wurden mit der vektorbasierten Vakzine von Johnson & Johnson/Janssen geimpft.

Vor der 3. Dosis hatten 24 der 30 Patienten keine Antikörperreaktion, bei 6 Patienten war der Titer dagegen leicht angestiegen. Bei diesen 6 Patienten kam es laut Segev nach der 3. Dosis zu einem deutlichen Anstieg der Antikörpertiter, der sie vor COVID-19 schützen könnte.

Von den 24 Patienten ohne nachweisbare Antikörperreaktion nach der 2. Dosis erreichten 6 einen hohen Antikörpertiter, bei 2 Patienten stieg der Titer leicht an. Bei den übrigen 16 Patienten blieb die Immunreaktion aus. Insgesamt hatten demnach 14 von 30 Patienten nach der 3. Dosis eine gute Immunität erreicht, bei 2 weiteren könnte eine leichte Teilimmunität bestehen. Ob der Wechsel des Impfstoffs die Immunität verbessert hat, ist unklar.

Die Verträglichkeit der 3. Dosis war gut: 15 von 23 Patienten, die 7 Tage nach der Auffrischung einen Fragebogen ausfüllten, berichteten über leichte bis mittelschwere Lokalreaktionen. Bei 1 Patienten war es zu starken Armschmerzen gekommen.

Die häufigste systemische Reaktion war bei 14 Teilnehmern eine leichte oder mäßige Müdigkeit, 1 Patient berichtete über starke Kopfschmerzen und 1 Patient über eine schwere Myalgie. Fieber, anaphylaktoide Reaktionen oder neurologische Komplikationen sind bei keinem Patienten aufgetreten. Bei einer herztransplantierten Patientin kam es 7 Tage nach der 3. Dosis zu einer leichten Abstoßungs­reaktion, die jedoch folgenlos blieb.- © rme/aerzteblatt.de

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