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Medizin

Deutlich weniger Patienten mit Myokardinfarkt in den Krankenhäusern während des Lockdowns

Dienstag, 15. Juni 2021

/Axel Kock, stock.adobe.com
Köln – Die Inzidenz der Einweisungen von Patienten mit Myokardinfarkt war während des Lockdowns in der COVID-19-Pandemie deutlich rückläufig. Dies zeigt eine aktuell im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichte Metaanalyse (Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 449–455; online first). Wurden vor dem Lockdown täglich durchschnittlich rund 41 Patienten mit Herzinfarkt eingewiesen, ging während des Lockdowns diese Zahl um 64 Prozent auf rund 15 Patienten pro Tag zurück.

Demgegenüber konnten die Autoren keinen signifikanten Unterschied bei der Zeit vom Symptombeginn bis zum medizinischen Erstkontakt und bei der Zeit von der Klinikaufnahme bis zur Herzkatheter-Untersuchung feststellen.

Auch zeigte die Metaanalyse im Vergleich der beiden Zeiträume keinen relevanten Effekt bei der Mortalität der Patienten mit Myokardinfarkt. Dies deute darauf hin, dass insgesamt eine zeitgerechte medizinische Versorgung von Herzinfarktpatienten habe aufrechterhalten werden können.

Insgesamt wurden in die Metaanalyse 81.163 Patienten aus 27 Studien eingeschlossen, 71.061 Patienten aus der Zeit vor der COVID-19-Pandemie und 10.102 Patienten während des Lockdowns.

© tg/aerzteblatt.de

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Dr. Otto Scharbau
am Mittwoch, 16. Juni 2021, 13:28

Ist der Schaden vom Lockdown wohlmöglich doch grösser als der Nutzen?

Liest man die Studie genau durch, ist klar, dass sich die Aussage, dass "kein relevanter Effekt" auf die Mortalität der Patienten mit Myokardinfarkt" eben nur auf das erfasste Patientenkollektiv, nämlich die stationär erfassten Pat. bezieht. Bei diesem doch krass zu verzeichnenden Rückgang der Zuweisungen bei Herzinfarkt ist sehr stark anzunehmen, dass eben ausserhalb der Klinik durch Nichtzuweisung und damit Nichtbehandlung gestorben wurde.
Auch das wäre dann als Folgeschaden der Anti-Corona-Massnahmen zu berücksichtigen, wie schon der "Rückgang" der Krebsdiagnosen usw.
Ich würde mir Bereitschaft und Mut von der Ärzteschaft wünschen, Wirkung und alle Nebenwirkung div. Massnahmen in eine Gesamtschau zu bringen. Meine Vermutung: Der Schaden ist grösser als der Nutzen, anders als es diese Studie suggerieren mag.
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