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Ausland

Südafrika verschärft Restriktionen wegen Coronazahlen

Mittwoch, 16. Juni 2021

/picture alliance, Jerome Delay

Johannesburg – Als Reaktion auf ein deutliches Anziehen der Coronainfektionszahlen verschärft Südafri­ka erneut seine Restriktionen. Präsident Cyril Ramaphosa kündigte gestern Abend in einer TV-Rede an die Nation eine Heraufstufung auf die Alarmstufe drei an. Sie sieht Beschränkungen bei Versammlungen, beim Alkoholverkauf sowie nächtliche Ausgangsbe­schrän­kungen vor.

„Wir müssen schnell und entschlossen handeln“, warnte Ramaphosa. Am schwersten betroffen sei die Region um das Wirtschaftszentrum des Landes in Johannesburg und Pretoria, die rund zwei Drittel aller landesweiten täglichen Neuinfektionen registriert. Dort befindet sich laut Ramaphosa die Gesundheits­infrastruktur an der Kapazitätsgrenze.

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Auf der Südhalbkugel hat der Winter begonnen. Das zahlenmäßig am schwersten betroffene Land Afrikas hat inmitten einer dritten Infektionswelle bisher 1,75 Millionen Fälle dokumentiert. In dem Kap-Staat kursiert eine neue Variante des SARS-CoV-2-Virus, die als besonders ansteckend gilt.

Deswegen haben viele Länder Restriktionen für Reisende aus Südafrika verhängt. Bisher sind knapp zwei Millionen Menschen in dem Kap-Staat geimpft. Aktuell würden rund 150.000 Menschen über 60 Jahren pro Tag geimpft – eine Zahl, die bald auf 200.000 steigen sollen.

Die bisherigen Restriktionen hatten eine verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft in Südafrika. Millio­nen Südafrikaner in der informellen Wirtschaft oder ohne Arbeit kämpfen demnach um ihr Überleben, Armut und Nahrungsmittelunsicherheit haben sich in wenigen Wochen dramatisch verschärft.

Bereits vor der Coronaepidemie steckte Afrikas zweitgrößte Volkswirtschaft in einer schwierigen Lage. Das Land mit seiner hohen Arbeitslosigkeit und brutalen sozialen Ungleichheit kämpft seit Jahren mit strukturellen wirtschaftlichen Problemen und einer unzuverlässigen Stromversorgung.

Das Coronavirus hat sich auf dem afrikanischen Kontinent zunächst relativ langsam verbreitet, die Gesamtzahl ist weiter gering im Vergleich zu anderen Regionen. Die Dunkelziffer gilt jedoch als hoch. © dpa/aerzteblatt.de

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