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Politik

Mehr als 1,5 Millionen Kinderkrankentage in dritter Coronawelle

Donnerstag, 17. Juni 2021

/Tomsickova, stock.adobe.com

Berlin – Zahlreiche Eltern haben sich in der dritten Coronawelle wegen geschlossener Kitas und Schulen krankschreiben lassen. Aktuelle Zahlen der größten deutschen Krankenkassen zeigen, dass zwischen Januar und Mai dieses Jahres mehr als 1,5 Millionen Kinder­krankentage von Eltern genommen wurden, weil die Einrichtungen nicht oder nur eingeschränkt im Betrieb waren.

Mehr als 600.000 Mal wurde pandemiebedingtes Kinderkrankengeld in dieser Zeit beantragt, wie der AOK-Bundesverband, die Techniker Krankenkasse (TK), die Barmer und die DAK-Gesundheit mitteilten. Den Daten der Barmer zufolge nutzten Eltern im Schnitt zwei bis drei Kinderkranken­tage im Monat.

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Wegen der Coronamaßnahmen hatte die Politik die Zahl der Kinderkrankentage im laufenden Jahr von sonst zehn auf 30 pro Elternteil verdreifacht, für Alleinerziehende von 20 auf 60. Normalerweise erhalten Eltern Kinderkrankengeld von der Krankenkasse, wenn sie ihren kranken Nachwuchs zu Hause pflegen und deshalb nicht zur Arbeit können.

In der Pandemie wird die Leistung auch gewährt, wenn Schulen und Kitas schließen, nur Notbetrieb an­bieten, die Präsenzpflicht aufgehoben wird oder wenn Kinder wegen Coronafällen nach Hause in Qua­ran­täne geschickt werden. Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

Den Daten der Kassen zufolge nutzten Eltern das Angebot besonders stark im Februar. Die Zahlen sanken dann in den Folgemonaten mit zunehmender Öffnung des Schul- und Kitabetriebs immer weiter, könnten sich insgesamt aber auch noch erhöhen, da Anträge auch im Nachhinein noch gestellt werden könnten, wie es von der Barmer hieß. Ein DAK-Sprecher sagte, auffallend sei, dass mehr als 70 Prozent der Anträge auf pandemiebedingtes Kinderkrankengeld von Frauen gestellt worden seien.

Einem Sprecher des AOK-Bundesverbandes zufolge entstanden den AOK-Kassen zwischen Januar und Mai durch die pandemiebedingten Kinderkrankentage Kosten in Höhe von mehr als 56 Millionen Euro.

Darauf bleiben die Krankenkassen aber nicht sitzen, am Ende werden die Kosten vom Steuerzahler ge­tragen. Einen entsprechenden Zuschuss für die Kassen hatte der Bund zugesagt. Ursprünglich kalkuliert hatte das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium mit 300 Millionen Euro.

In Deutschland sind rund 27 Millionen Menschen bei einer AOK versichert, mehr als zehn Millionen bei der TK, rund neun Millionen bei der Barmer und 5,6 Millionen bei der DAK-Gesundheit. © dpa/aerzteblatt.de

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