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Studie: Fußballschauen kann Herzinfarktrisiko steigern

Freitag, 18. Juni 2021

/andranik123, stock.adobe.com

Mainz – Nervenkitzel und Emotionen. Bei Fußballfans können Großereignisse wie Europa- oder Welt­meisterschaften für eine Achterbahn der Gefühle sorgen. Nun zeigt eine neue Studie, dass diese emo­tionale Aufregung das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht.

Während der Fußballweltmeisterschaft 2014 gab es in Deutschland demnach gehäuft Krankenhausein­weisungen wegen Herzinfarkten, wie deutsche Forscher im Fachmagazin Scientific Reports schreiben (DOI: 10.1038/s41598-021-90582-z).

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Für die Untersuchung werteten die Wissenschaftler des Zentrums für Kardiologie der Unimedizin Mainz und der Abteilung für Sportmedizin der Uniklinik Heidelberg Krankenhausdaten des Statistischen Bun­des­amtes aus. Konkret verglichen sie Einweisungen und Sterblichkeit wegen Herzinfarkten über 4 Zeit­räume.

Das Ergebnis: In Deutschland gab es während der etwa 4-wöchigen WM von Mitte Juni bis Mitte Juli 18 479 solche Einweisungen – 3,7 % mehr als im gleichen Zeitraum 2015 und 2,1 % mehr als in dem Zeit­raum des Jahres 2013. Im Monat nach der WM waren es 5,4 % weniger Einweisungen.

Einen Unterschied bei der Rate der Todesfälle entdeckten die Forscher insgesamt zwar nicht. Für den WM-Zeitraum stellten sie aber fest, dass am Tag des Finales die Sterblichkeit bei Herzinfarktpatienten im Krankenhaus am größten war. Den Endspielkrimi zwischen Deutschland und Argentinien gewann die deutsche Elf nach Verlängerung mit 1:0.

„Fußballschauen kann ans Herz gehen, gar keine Frage“, kommentierte der Kardiologe und Pharmakologe Thomas Meinertz, der dem Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung angehört., die Unter­suchung, ander er nicht beteiligt war. Das gelte natürlich nicht für jedes Spiel, aber für solche, die für Zuschauer besonders aufrei­bend seien.

Auch andere Studien zeigten in unterschiedlichem Ausmaß einen Zusammenhang zwischen Herzinfark­ten und extremen Stresss­ituationen. Das könnten laut Meinertz verschiedene Ereignisse sein wie etwa Erdbeben, Wahlen oder eben Sportereignisse.

So ermittelte etwa ein Team um die Münchner Kardiologin Ute Wilbert-Lampen für die Fußball-WM 2006, dass die Zahl der eingelieferten Patienten mit Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen stieg, wenn Deutschland spielte – bis zum 2,7-Fachen im Vergleich zu früheren Jahren (NEJM, 2008; DOI: 10.1056/NEJMoa0707427). © dpa/aerzteblatt.de

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