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Adipositas geht Hand in Hand mit Diabetes

Freitag, 18. Juni 2021

/Kzenon, stock.adobe.com

Berlin – Diabetes mellitus ist mit Risikofaktoren wie Adipositas sowie mit Folgeerkrankungen – zum Beispiel am Herz-Kreislaufsystem – verbunden. Eine neue Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) erfasst jetzt die Häufigkeiten der Begleiterkrankungen. Sie ist im Journal of Health Monitoring erschienen (DOI: 10.25646/8326).

Grundlage der Analyse waren die pseudonymisierten bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungs­da­ten des Jahres 2019 aller gesetzlich Krankenversicherten, sofern sie im Untersuchungsjahr mindestens einen ambulanten Kontakt mit einem Arzt hatten. Als Diabetiker wurden Personen gezählt, wenn sie in mindestens zwei Quartalen des Jahres 2019 eine als gesichert dokumentierte Diagnose eines Diabetes mellitus aufwiesen (ICD-10: E10–E14).

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Die Wissenschaftler erfassten die Prävalenz kardiovaskulärer Erkrankungen, des Bluthochdrucks, der De­pression und der Adipositas bei Personen mit und ohne Diabetes. Sie wählten dazu ein Fall-Kontroll-De­sign. Dabei wurde jeder versicherten Person mit Diabetes (Fall) zufällig eine versicherte Person als Kon­trolle zugeordnet. Das Matching erfolgte nach Altersgruppe, Geschlecht und dem Wohnort.

Prävalenz des Diabetes

Die Prävalenz des Diabetes beträgt laut der Untersuchung bei Frauen in der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen 4,4 Prozent. Sie steigt auf 20,2 Prozent in der Gruppe der 60- bis 79-Jährigen und beträgt in der Gruppe ab 80 Jahren 31,9 Prozent. Bei Männern liegt diese Prävalenz in den genannten drei Alters­gruppen bei 6,2 Prozent, 27,1 Prozent und 36,2 Prozent.

Begleiterkrankungen bei Frauen

Frauen mit Diabetes zeigen über alle Altersgruppen mit 34,2 Prozent eine 3,8-fach höhere Prävalenz von Adipositas im Vergleich zu der Gruppe ohne dokumentierten Diabetes (9,1 Prozent). Damit hat Adipositas von allen hier analysierten Krankheiten bei Frauen die stärkste Assoziation mit Diabetes.

In der Alters­gruppe der 18- bis 29-jährigen Frauen mit Diabetes ist die Prävalenz von Adipositas mit 30,7 Prozent im Vergleich zur Prävalenz bei Frauen ohne Diabetes (4,0 Prozent) um das 7,6-fache höher und markiert zwischen den beiden Studiengruppen den höchsten relativen Unterschied der Prävalenz.

Über alle Altersgruppen zeigen Frauen mit Diabetes mit 20,2 Prozent für die Herzinsuffizienz, 20,7 Pro­zent für die KHK und 6,8 Prozent für den Schlaganfall im Vergleich zu Frauen ohne Diabetes eine 1,7- bis 1,9-fach höhere Prävalenz.

Über alle Altersgruppen betrachtet liegt die Prävalenz von Depression bei Frauen mit Diabetes um den Faktor 1,4 höher als bei Frauen ohne Diabetes (26,9 Prozent versus 19,8 Prozent).

Begleiterkrankungen bei Männern

Männer mit dokumentiertem Diabetes zeigen über alle Altersgruppen mit 30,2 Prozent eine 3,7-fach höhere Prävalenz von Adipositas im Vergleich zu Männern ohne Diabetes (8,1 Prozent). Wie bereits bei den Frauen weist Adipositas damit auch bei den Männern die stärkste Assoziation mit Diabetes auf.

Über alle Altersgruppen beträgt die Prävalenz des Bluthochdrucks bei Männern mit Diabetes 79,0 Pro­zent und ist im Vergleich zu Männern ohne Diabetes (55,1 Prozent) um das 1,4- fache erhöht.

Die Herzinsuffizienz und der Schlaganfall zeigen über alle Altersgruppen mit Werten von 20,2 Prozent und 8,0 Prozent bei Männern mit Diabetes sowie 10,8 Prozent und 4,9 Prozent bei Männern ohne Diabe­tes im Vergleich zu den Werten bei Frauen eine identische oder geringfügig höhere Prävalenz.

Im Vergleich zu Frauen sind Männer deutlich häufiger von einer KHK betroffen: Die Prävalenz über alle Altersgruppen beträgt bei Männern mit Diabetes 33,0 Prozent und liegt im Vergleich zu Männern ohne Diabetes (17,6 Prozent) um das 1,8-fache höher.

Im Unterschied zur KHK ist die Prävalenz von Depression bei Männern in beiden Gruppen verglichen zu denen bei Frauen niedriger: Sie beträgt für Männer mit Diabetes über alle Altersgruppen 15,9 Prozent und ist damit im Vergleich zu Männern ohne Diabetes (11,4 Prozent) um das 1,4-fache höher. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #881144
ruthpb
am Freitag, 9. Juli 2021, 13:06

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