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Mehr Gewebespenden im vergangenen Jahr

Freitag, 18. Juni 2021

Augenhornhaut/DGFG

Hannover – Die Zahl der Gewebespenden ist im vergangenen Jahr trotz Coronapandemie gestiegen. Da­rauf hat die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) hingewiesen. Demnach ver­zeich­nete die DGFG 2020 2.816 Gewebespenden (2019: 2.764) und 6.364 vermittelte Gewebetransplan­tate (2019: 5.585).

Der Fachgesellschaft zufolge werden Gewebe wie Augenhornhäute, Herzklappen, Blutgefäße, Amnion (Plazenta) sowie Knochen, Knorpel, Bänder und Haut nicht wie Organe unmittelbar dem Empfänger über­tragen, sondern zunächst in Gewebebanken zu Transplantaten aufbereitet.

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So konnte die DGFG im Rahmen der 2.816 Gewebespenden im vergangenen Jahr 6.081 Gewebepräparate gewinnen. Mit rund 90 Prozent war die Augenhornhaut dabei das am meisten gespendete Gewebe. 5.401 Augenhornhäute wurden in den elf Hornhautbanken im bundesweiten Netzwerk der DGFG zu Hornhaut­transplantaten aufbereitet.

Trotz des steten Ausbaus der Gewebespende und steigender Transplantatvermittlung herrsche in Deutschland noch immer ein Mangel an Gewebe, insbesondere an Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen. Dabei geht die DGFG davon aus, dass der Eigenbedarf an Gewebe in Deutschland gedeckt werden kann – ganz unabhängig von Importen aus dem Ausland.

„Dies gelingt nur, wenn die Gewebe­spende weiterhin als Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird“, sagte DGFG-Geschäftsführer Martin Börgel. Hier spiele das Bewusstsein der Bevölkerung eine große Rolle. „Jedoch muss auch die Infrastruktur für eine nachhaltige Gewebespende gegeben sein“, so der Experte.

Ihm zufolge könne jeder Mensch Gewebe spenden – im Falle der Augenhornhaut sogar bis zu 72 Stun­den nach Todeseintritt. Zudem spiele die Hirntoddiagnostik bei der Gewebespende im Gegensatz zur Organspende keine Rolle.

87 Prozent der Gewebespender sind laut DGFG an einem Herz-Kreislauf-Still­stand verstorben. Somit ist die Zahl potenzieller Spender sehr groß: Von 986.000 Menschen verstarb der Großteil 2020 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Auch viele Krebserkrankungen oder ein hohes Lebensalter schließen eine Gewebespende nicht zwingend aus. Fast 40 Prozent der postmortalen Gewebespender war im vergangenen Jahr älter als 75 Jahre. © hil/sb/aerzteblatt.de

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