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Heidelberger Wissenschaftler erproben das Drucken von Arzneimitteln

Montag, 21. Juni 2021

/jozsitoeroe, stock.adobe.com

Heidelberg – Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und des Start-Ups DiHeSys Digital Health Systems erproben, ob sich Arzneimittel mit Hilfe eines 2D-Druckers individualisiert dosie­ren lassen. Die neue Technik des Digitaldrucks von Medikamenten könnte laut den Forschern ein gene­relles Pro­blem lösen, das jede bedarfsgerecht angepasste Medikamententherapie mit sich bringt.

Der Dosierungs­bedarf für eine optimale Wirksamkeit kann um den Faktor 100 variieren, je nachdem, ob es sich um ein Neugeborenes oder einen Erwachsenen handelt, wie schnell das Medikament wieder aus­geschieden wird oder ob die Kombination mit anderen Medikamenten die Wirkung herabsetzt oder ver­stärkt. Es fehlt aber bisher an Darreichungsformen, die sehr genau dosiert und verabreicht werden könn­en.

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„Während höhere Dosierungen durch Mehrfachgaben leicht erzielt werden können, sind die Herausfor­derungen bei der Gabe kleinster Mengen besonders groß, da handelsübliche Darreichungsformen geteilt oder gemörsert, Tropfen gezählt oder kleine Flüssigkeitsvolumina genau abgemessen werden müssen“, erläutert Walter Haefeli, Ärztlicher Direktor der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepide­mio­logie am UKHD.

Der Druck von Arzneimitteln funktioniert ähnlich einem Tintenstrahldrucker: Die Tinte enthält das aufge­löste Arzneimittel. Sie wird vom Pharmadrucker auf ein briefmarkendünnes Plättchen aufgetragen, das wasserlöslich ist und sich im Mund von alleine auflöst.

Die Wissenschaftler untersuchen in zwei klinischen Prüfungen mit 24 Probanden jetzt zunächst die Machbarkeit und Tauglichkeit der neuen Technik. DiHeSys Digital Health Systems stellt dem Universi­tätsklinikum die notwendige Tech­nik in Form des von ihr entwickelten 2D-Arzneimitteldruckers zur Verfügung.

„Die Vision von DiHeSys ist, ein komplettes System für den individuellen, personalisierten 2D- und 3D-Druck von Medikamenten zu liefern. Das umfasst nicht nur die Drucker selbst, sondern das gesamte System aus wirkstoffhaltigen Tinten sowie die Software“, erläutert DiHeSys-Geschäftsführer Christian Franken. © hil/aerzteblatt.de

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