NewsPolitikSARS-CoV-2: Viele Apotheken wollen Testangebot zurückfahren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

SARS-CoV-2: Viele Apotheken wollen Testangebot zurückfahren

Montag, 21. Juni 2021

/picture alliance, Matthias Bein

Berlin – Wegen sinkender Nachfrage nach Coronatests wollen Deutschlands Apotheken ihr Angebot ein­schränken. Weil die Zahl der vollständig Geimpften zunehme und Infektionsschutzregeln gelockert wor­den seien, nehme der Bedarf an Tests ab, sagte ein Sprecher des Apothekerverbandes ABDA in Berlin.

Zudem wies er darauf hin, dass der Bund weniger zahle als zuvor. „Für eine ganze Reihe von Apotheken ist die Durchführung der Tests damit nicht mehr wirtschaftlich.“ Das Testangebot werde deshalb wohl Schritt für Schritt kleiner werden. Die Apotheken gehören neben privaten Firmen und staatlichen Institu­tionen zu den wichtigsten Test­stellenbetreibern.

Anzeige

Nach ABDA-Schätzung bieten etwa 20 bis 25 Prozent der Apotheken sogenannte Bürgertests an – also Schnelltests, die für die Verbraucher kostenlos sind und vom Bund bezahlt werden. Ursprünglich beka­men die Apotheken wie alle anderen Anbieter bis zu 18 Euro pro vorgenommenem Antigentest, nun zahlt der Bund bis zu 12,50 Euro.

In der Coronapandemie waren Tests im Frühjahr ein Schlüssel dafür, dass Menschen mit einem negativen Ergebnis Restaurants oder Läden besuchen konnten. Allerdings sind die Infektionszahlen inzwischen so niedrig, dass Lockerungen greifen und der Gastronomiebesuch oder Einkauf auch ohne Testergebnis er­laubt ist. Hinzu kommt, dass vollständig Geimpfte von Testvorgaben ausgenommen sind.

Der Verband der Diagnostica-Industrie, der Hersteller von Tests vertritt, geht davon aus, dass im Sommer die Nachfrage nach den Antigentests in den Testzentren deutlich sinken wird. Die Hersteller werden sich „auf einen dauerhaft sinkenden Bedarf natürlich einstellen“, so eine Verbandssprecherin.

Man arbeite aber an Tests, die sowohl eine Grippe als auch eine Coronaviruserkrankung nachweisen könnten. Solche Tests könnten im Herbst helfen, sollte es zu einer Grippewelle kommen und die Zahl der Coronainfektionen wieder steigen. Der Verband appelliert an die Politik, Testkapazitäten nicht vorschnell abzubauen.

Ende Mai waren Betrugsvorwürfe gegen private Betreiber von Testzentren bekannt geworden. Die Anbie­ter sollen viel mehr Tests abgerechnet haben, als tatsächlich gemacht wurden. Gegen die Verdächtigen wurden Ermittlungen der Staatsanwaltschaften eröffnet. Als Konsequenz kündigte das Bundesgesund­heitsministerium strengere Überwachungsvorgaben an. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER