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Politik

Mertens kritisiert Drängen auf umfangreiche Kinderimpfung

Montag, 21. Juni 2021

/New Africa, stock.adobe.com

Berlin – Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, hat die politische De­batte um eine Massenimpfung von Kindern und Jugendlichen vor dem neuen Schuljahr kritisiert. Es sei bedauerlich, dass dies zu einem politischen Thema geworden sei, noch bevor es eine Zulassung für einen Impfstoff gegeben habe, sagte Mertens vorgestern auf dem Onlinekongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin.

„Von diesen ganzen Aussagen war ja praktisch nichts wirklich evidenzbasiert, muss man fairerweise sa­gen. Und leider Gottes ist in dieser Phase die entscheidende Problematik, nämlich brauchen Kinder und Jugendliche diese Impfung, überhaupt nicht angesprochen worden“, so Mertens. Er betonte, Infektionen bei dieser Altersgruppe verliefen bekanntlich sehr häufig asymptomatisch oder mild.

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Mertens sagte weiter, es habe 1.849 Fälle von betroffenen Kindern gegeben, bei denen es Einweisungen ins Krankenhaus gege­ben habe. Dies sei ein Prozent der schon geringen Zahl gemeldeter Fälle. Zum Teil seien Kinder auch wegen Blinddarmentzündungen ins Krankenhaus gekommen und dann positiv getes­tet worden. Von den Hospitalisierungen sei dann ein Prozent intensivmedizinisch behandelt worden.

Die Schwere der Krankheitsverläufe steige aber in der Gruppe der über 60-jährigen stark an. „Wenn man damals, wie ursprünglich geplant, fünf Millionen Impfstoffdosen für Kinder beiseite gelegt hätte, dann wären das ja fünf Millionen Impfstoffdosen gewesen, die für die Impfung der Eltern gefehlt hätten“, so Mertens. „Also ich kann nur noch mal sagen: Vieles von dem, was da auf der politischen Bühne vor der Zulassung schon diskutiert ist, hält eigentlich einer kritischen Betrachtung nicht stand.“

Die STIKO hatte keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausge­spro­chen. Sie empfiehlt Impfungen gegen SARS-CoV-2 nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkran­kungen.

Laut Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung der Bundesrepublik Deutsch­land (ZI) betrifft das etwa elf Prozent der Heranwachsenden dieser Altersgruppe – insgesamt rund eine halbe Million Kinder und Jugendliche. © dpa/aerzteblatt.de

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