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Ärzteschaft

Ruf nach Sonderfonds für Kinderkliniken und Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Montag, 21. Juni 2021

/Seventyfour, stock.adobe.com

Münster – Die Kammerversammlung der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) hat auf die besonderen Belast­ungen hingewiesen, denen Kinder und Jugendliche durch die Coronapandemie ausgesetzt sind. Auf die Kinderkliniken und Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie komme daher „schon aktuell und erst recht mittelfristig“ ein erhöhter Arbeitsaufwand zu.

„Dieser Bedarf im ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Bereich sollte durch einen Sonderfonds des Bundes abgesichert werden, um die Kliniken zumindest so arbeitsfähig wie vor der Pandemie zu hal­ten“, forderte der Präsident der Kammer, Hans-Albert Gehle. Nur so sei die erforderliche zeitnahe Versor­gung der Kinder und Jugendlichen sicherzustellen.

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Die Kammerversammlung kritisierte zudem, in den Kinder- und Jugendarztpraxen bremsten die Heil­mit­tel­budgets den erhöhten Bedarf an Zuwendung und Therapie aus. Die Heilmittelbudgets müssten daher umgehend ausgesetzt werden. Zudem seien gerade Familien in der Pandemie besonderen Belas­tungen ausgesetzt. Daher sollen die Krankenkassen die Aufwendungen für diese erforderlichen Beratun­gen der Familien angemessen honorieren, so die Forderung des Ärzteparlaments.

Wichtig sind laut Kammer zudem niedrigschwellige Untersuchungs- und Beratungsangebote über die Kin­der- und Jugendgesundheitsdienste, also über die Gesundheitsämter. Die Kammerversammlung nannte insbesondere die Schuleingangsuntersuchungen. Diese sollten „mindestens im Umfang wie vor der Pandemie sichergestellt sein“, so die Forderung.

Die Kammerversammlung widmete sich bei ihrem Treffen Mitte Juni außerdem der Digitalisierung im Gesundheitswesen. „Die Einführung digitaler Anwendungen darf nicht mit Sanktionsandrohungen ver­bun­den werden“, forderte Gehle. Auch der Deutsche Ärztetag im Mai habe sich mit großer Mehrheit gegen solche Sanktionen ausgesprochen.

„Mit Druck und Androhung von Sanktionen überzeugt man niemanden. Das gelingt nur mit funktionie­renden Lösungen, die Ärzten und Patienten Nutzen bringen“, betonte Gehle.

Der Kammerpräsident übte in diesem Zusammenhang zudem deutliche Kritik an der geplanten Reform der Notfallversorgung. „Die von der Politik groß angekündigte Neuregelung fällt aus, stattdessen gibt es Stückwerk und unüberlegte Schnellschüsse“, sagte er. Er bezog sich damit insbesondere auf die software­gestützte Ersteinschätzung von Patienten, die eine Krankenhausnotaufnahme oder Rettungsstelle auf­such­ten.

„Ein softwaregestütztes Ersteinschätzungsverfahren kann die Fachkompetenz und den diagnostischen Blick in der Notfallversorgung von Ärzten unterstützen, aber niemals ersetzen“, sagte er. © hil/aerzteblatt.de

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