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Medizin

COVID-19: Geburtstagsfeiern steigern Infektionsrisiko

Dienstag, 22. Juni 2021

/dglimages, stock.adobe.com

Boston – Geburtstagsfeiern haben in den USA vermutlich zur Verbreitung von SARS-CoV-2 beigetragen. Laut einer Analyse in JAMA Internal Medicine (2021; DOI: 10.1001/jamainternmed.2021.2915) stieg in den 2 Wochen nach einem Geburtstag die Häufigkeit von Neuerkrankungen in den Familien um bis zu 30 % an.

Auf eine Geburtstagsfeier verzichtet niemand gern, auch nicht während einer Pandemie. Meist kommen mehr Menschen zusammen, als eigentlich erlaubt ist, und die Abstandsregeln lassen sich ohnehin kaum einhalten. Die Folge ist ein Anstieg der Neuerkrankungen, den ein Team um Anupam Jena von der Har­vard Medical School in Boston in einer Auswertung von Versichertendaten von „Castlight Health“ er­mittelt hat, einem privaten Krankenversicherer aus Kalifornien.

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Die Epidemiologen haben die Geburtstagsdaten von 6,5 Millionen Personen mit der Zahl der Infektionen in den 2,9 Millionen Haushalten in Beziehung gesetzt, zu denen sie gehörten. Dabei fanden sie schnell heraus, dass in den 2 Wochen nach den Geburtstagen die Zahl der Infektionen zunahm.

Am deutlichsten war dies in den Bezirken (Counties) mit der höchsten Prävalenz und damit der höchsten Wahrscheinlichkeit, dass sich unter den Gästen ein mit SARS-CoV-2 Infizierter befindet. Für das obers­te Zehntel der Prävalenz ermittelt Jena einen Anstieg um 8.6/10.000 Personen. In den betroffenen Fami­lien lag die Zahl der Infektionen dann um 31 % über dem Durchschnitt im County. In der 5. Dezile betrug der Anstieg nur 0,9/10.000.

Das Infektionsrisiko hing auch davon ab, wer Geburtstag hatte. Bei einem Kindergeburtstag stieg die Zahl der Neudiagnosen in den folgenden 2 Wochen um 15,8/10.000 Personen. Bei einem Erwachsenen­geburtstag waren es nur 5,8/10.000 Personen mehr als im Rest vom County.

Der Anstieg war übrigens unabhängig davon, ob in einem County gefeiert wurde, wo Trump 2016 die meisten Stimmen geholt hatte, oder ob in einem Clinton-Wahlkreis gefeiert wurde. © rme/aerzteblatt.de

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