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Ärzteschaft

Patientenbeauftragte und Marburger Bund warnen vor Abbau von Arztstellen im Krankenhaus

Dienstag, 22. Juni 2021

/upixa, stock.adobe.com

Berlin – Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke, und die erste Vorsitzende des Marburger Bundes (MB), Susanne Johna, warnen gemeinsam davor, Ärztestellen im Krankenhaus abzu­bau­en.

„Im vergangenen Jahr der Pandemie haben wir deutlich erleben müssen, dass der Mangel an Pflegeper­so­nal in Krankenhäusern erhebliche negative Auswirkungen auf die Patientenversorgung haben kann“, erklärte Schmidtke. Es müsse aufgepasst werden, dasss sich diese Fehlentwicklung bei den Ärztinnen und Ärzten nicht wiederhole.

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Die Krankenhausträger hätten sicherzustellen, dass die für die Versorgung notwendigen Stellen im ärzt­lichen Dienst auch tatsächlich besetzt seien, mahnte sie. Hintergrund sind die Streichung von ärztlichen Stellen in Häusern des privaten Klinikkonzerns Helios.

„Umfragen zeigen deutlich, dass das ärztliche Personal bereits vor der Coronaviruspandemie aufgrund von Personalmangel oder Überstunden vielfach am Rande der Überlastung tätig war“, erklärte Johna. An­gesichts dieser Situation sei es zynisch und unverantwortlich, wenn in Helios-Kliniken womöglich aus finanziellen Grün­den und trotz Bedarf Stellen von Ärztinnen und Ärzten nicht verlängert oder nachbesetzt würden.

Sie warn­te davor, dass in den Kliniken nun noch weniger Zeit für die Behandlung bleibe und „im schlimmsten Fall die Patientensicherheit gefährdet sein könnte“, so die MB-Vorsitzende.

Der Stellenabbau bei Helios hatte schon in diesem Frühjahr für Empörung gesorgt. „Der übermäßige Ab­bau ärztlicher Stellen bei Helios ist unverantwortlich. Er gefährdet nicht nur die Versorgung der Patien­ten, sondern er schränkt sie ein und macht daraus ein Geschäftsmodell“, kritisierte der Präsident des Verbands der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK), Michael Weber, Mitte Mai.

Er fordert ein Eingreifen des Gesetzgebers: „Dort, wo die Gesundheit von Patienten durch Streben nach Gewinn gefährdet wird, muss der Gesetzgeber zum Schutz der Patienten und des ärztlichen Personals aktiv werden“, sagte er. Nötig seien daher gesetzliche Untergrenzen auch für das ärztliche Personal, so Weber. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #109757
Loewenherz
am Mittwoch, 23. Juni 2021, 11:07

re: Regen bringt Segen

Seit Jahren auch ein Problem, das durch die Ärztekammern mitgetragen wird. Konkrete Zahlen i.R. der WB machen halt erpressbar, zumal auf den Weiterbildern kaum Druck liegt. Bei manchem privatem Klinikträger wird der Chefarzt konsequent mit "zur Not halt Kündigung" erpresst, und gibt den Druck bis an die Assistentenschaft weiter. "Wenn sie nicht, dann kommen sie auch nicht in die Rotation". Auch die Weiterbildungsbedingungen im ambulanten Bereich, fallen nicht selten in den Bereich der Ausbeutung und haben mit Weiterbildung weniger zu tun als mit billiger Arbeitskraft. Summa summarum: Wir lassen's mit uns machen, und wir Ärzte tun es uns gegenseitig an.
Ich bin aktuell sehr froh, dem Gesundheitssystem entfleucht zu sein. :)
Avatar #683778
Freudi
am Mittwoch, 23. Juni 2021, 00:14

Sich regen bringt Segen

Wenn endlich bei Helios mehr Ärzte (m/w/d) mehr Ärzte mit den Füßen abstimmen würden, sähe es sicher bald anders aus. Aber auch dort weiß man, dass es mit der Solidarität untereinander (innerhalb der Berufsgruppe) genauso schlecht aussieht wie bei Lehrern, Richtern etc (jeweils m/w/d). Und das wird vom Arbeitgeber schlicht ausgenutzt.....
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