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Ärzteschaft

Ärztekammer Sachsen ändert Berufsordnung zum ärztlich assistierten Suizid

Dienstag, 22. Juni 2021

/David Pereiras, stock.adobe.com

Dresden – Die Sächsische Lan­des­ärz­te­kam­mer (SLÄK) hat ihre berufsrechtlichen Regelungen für Ärzte zur Suizidhilfe in der Berufsordnung angepasst. Die Delegierten der Kammerversammlung folgten der Ent­scheidung des Deutschen Ärztetages aus diesem Mai und strichen den Satz „Sie [Ärztinnen und Ärzte] dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten“ aus der sächsischen Berufsordnung.

Hintergrund ist ein Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2020 zum assistierten Suizid. Darin hatten die Richter ein seit 2015 geltendes Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gekippt.

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Das Verbot verletze den Einzelnen im Recht auf selbstbestimmtes Sterben, so das Votum. Dieses Recht schließe die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und auf die freiwillige Hilfe Dritter zurückzugreifen. Das gilt ausdrücklich für Jeden, nicht nur für unheilbar Kranke.

Die sächsische Berufsordnung bestimmt laut der SLÄK, dass Ärzte unter Achtung der Persönlichkeit, des Willens und des Selbstbestimmungsrechts der Patienten zu handeln haben. Im Einklang mit der Ent­schei­dung des Bundesverfassungsgerichts umfasse das auch den Respekt vor der Entscheidung des Ein­zelnen, sein Leben beenden zu wollen.

Der Präsident der SLÄK, Erik Bodendieck, betonte aber, dass daraus nicht abzuleiten sei, eine Beihilfe zum Suizid zähle zu den ärztlichen Aufgaben. „Aufgabe der Ärzte ist es, das Leben zu erhalten, die Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen, Leiden zu lindern und Sterbenden Beistand zu leisten“, sagte er.

Auch nach der geänderten Berufsordnung könne also niemand verpflichtet werden, Suizidhilfe zu leisten.

„Es leitet sich aus dem Recht des Einzelnen kein Anspruch darauf ab, bei einem Selbsttötungsvorhaben ärztlich unterstützt zu werden. Es ist damit den Ärztinnen und Ärzten überlassen, aufgrund individueller Gewissens­entscheidungen insbesondere schwer kranke Patienten bei einem Suizid zu unterstützen“, betonte der sächsische Ärztepräsident. © hil/aerzteblatt.de

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