NewsÄrzteschaftKinderärzte in Sorge wegen Adipositaswelle bei Kindern und Jugendlichen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Kinderärzte in Sorge wegen Adipositaswelle bei Kindern und Jugendlichen

Dienstag, 22. Juni 2021

/dpa

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) warnt zusammen mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) vor einer zweiten, einer „stillen Pandemie“, die sich neben der Coronapandemie ereignet.

„Es gibt bei Kindern einen klaren Anstieg an Adipositas während der corona­bedingten Lockdowns. Zudem beobachten wir bei Jugendlichen eine deutliche Zunahme der Neumanifes­ta­tionen von Typ-2-Diabetes“, sagte Susann Weihrauch-Blüher, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugend­alter (AGA) der DAG.

Anzeige

Die in jüngster Zeit durch Corona eingeschränkten Bewegungs- und Sportmöglichkeiten, ein hoher Medi­en­konsum und fehlende Strukturen in Tagesablauf und Sozialleben gelten als Ursache für die Entwick­lung.

„Der Beginn aber reicht wesentlich weiter zurück als die Coronapandemie “, betonte die DAG-Vizepräsi­den­tin Susanna Wiegand, denn „seit Jahren schon verlieren auch normalgewichtige Kinder Muskelmasse und bauen Körperfett auf.“ Dabei gehe es nicht nur um das Körpergewicht, sondern um die gesamte Entwick­lung. „Eine Trendwende ist nicht in Sicht“.

Laut der DGKJ und der DAG sind rund zwei Millionen Kinder in Deutschland übergewichtig, 800.000 davon adipös. Die Zahl der von Typ-2-Diabetes betroffenen Jugendlichen werde in Deutschland derzeit auf rund 1.000 geschätzt, die Dunkelziffer sei aber deutlich höher und insbesondere seit Beginn der Coronapandemie mit großer Wahrscheinlichkeit nochmals deutlich angestiegen, hieß es aus den Gesell­schaften. Sie fordern mehr Prävention und Therapie der kindlichen Adipositas.

„Stattdessen aber ist die Kostenübernahme von ambulanten evidenzbasierten und leitliniengetreuen Adipositasschulungsmaßnahmen noch immer nicht gesicher“, kritisierte Wiegand.

„Für ein spürbar gesünderes Aufwachsen unserer Kinder sind politische Schritte maßgeblich“, betont der DGKJ-Präsident Jörg Dötsch. Dazu gehörten unter anderem verpflichtende und klare Lebensmittel­kenn­zeichnungen, Verbote für Dickmacherwerbung, die an Kinder gerichtet sei – auch durch Influencer – und die Vermittlung von Ernährungskompetenz schon von der Kita an. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER