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Ärzteschaft

Labormediziner für Neuausrichtung der Teststrategie aufgrund Delta-Variante

Dienstag, 22. Juni 2021

/zabava_t, stockadobecom

Berlin – Ein generelles PCR-Testangebot für Reiserückkehrer aus dem Ausland fordert der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL). So soll dazu beigetragen werden, die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus abzubremsen bis alle Impfwilligen wirksam geschützt werden können.

„Maximal 36 Stunden nach der Rückkehr muss es ein zuverlässiges Testangebot für alle geben. Wer gleich nach dem Auslandsurlaub in die Arztpraxis oder ins ärztlich geführte Testzentrum geht, sollte sich kostenfrei im PCR-Verfahren testen lassen können“, konkretisierte Andreas Bobrowski, Vorsitzender des BDL, die Forderung nach einer Neuausrichtung der Teststrategie. Die fachärztlichen Labore hätten ausrei­chende Kapazitäten, um alle Auslandsreisenden zuverlässig zu testen.

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So könne laut BDL eine Infektion mit mutierten Coronaviren schnell und zuverlässig erkannt und deren weitere Ausbreitung wirksam bekämpft werden. Im Gegenzug sollten die Antigenschnelltests, die auch mutierte Coronaviren nicht mit der gebotenen Verlässlichkeit erkennen, in den nichtärztlichen Testzent­ren nur noch für Selbstzahler angeboten werden.

Die Schnelltests würden keine relevante Rolle für den Infektionsschutz spielen. Das Geld, das der Staat in gewerbliche Schnelltests investiere, fehle ihm für die PCR-Tests und die Mutationssuche, deren Vergü­tung reduziert worden sei. „Die Teststrategie muss an der veränderten Infektionsentwicklung neu ausge­richtet werden. Testqualität und der Fokus auf den grenzüberschreitenden Reiseverkehr sind das Gebot der Stunde“, so Bobrowski.

Der BDL weist darauf hin, dass die hochinfektiöse Delta-Mutation eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die rund 40 Millionen noch nicht geimpfter Bürger in Deutschland darstellt. Eine größere vierte In­fektionswelle mit Lockdownmaßnahmen müsse durch gezielte Tests mit maximaler Qualität und Ver­lässlichkeit verhindert werden. © EB/aha/aerzteblatt.de

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Avatar #748807
Lukas-Bierw.
am Mittwoch, 23. Juni 2021, 07:55

Wenn Lobbyismus und Fakten sich misch

Immer wieder ist es interessant, wie relevante Fakten erst angebracht werden wenn es einem Lobbyisten sinnvoll erscheint.COV-Schnelltests sind als Screeningtest ein "schlechtes Tool" ihre niedrigen Sensitivität gepaart mit der meist doch auch niedrigen Inzidenz, besonders von asymptomatischen Verläufen, führt zu einen hohen Missverhältnis von "Falsch Positiven" zu "Falsch Negativen"Doch auch wenn der Test nicht "gut geeignet" ist, stellt sich die Frage, ob PCR Tests mit ihrer höheren Vergütung die richtige Alternative sind.Da muss die Antwort lauten, je nach Pretest -wahrscheinlichkeit. In diesem Fall ist der Auslandsaufenthalt im Variantengebiet ein sehr guter Pretest. Ob Reiserückkehrer im Allgemeinen einer PCR-Testung unterliegen sollten muss aber bei Inzidenzen unter 30/100.000 kritisch hinterfragt werden (auch wenn Inzidenzen aktuell bezüglich ihrer Aussagekraft diskutiert werden). Hier könnte man lang über Statistik diskutieren...Insgesamt ist der Beitrag ein wichtiger Diskussionsbeitrag. Die berechtigte Forderung verpufft allerdings aufgrund der vollkommen unnötigen "Verteilungsdiskussion"Zum Glück ist diese Diskussion hier und nicht in der Süddeutschen/etc. erschienen. Denn wir müssen als Ärzteschaft bei allen berechtigten Beschwerden über Unterfinanzierung darauf achten in der Gesellschaft zu kommunizieren, dass unsere Maxime das Wohl des Individuums und der Gesellschaft ist.
Avatar #831974
BB-DD
am Dienstag, 22. Juni 2021, 19:17

PS.

" Antigenschnelltests, die auch mutierte Coronaviren nicht mit der gebotenen Verlässlichkeit erkennen"
Wieso sollten die ein SARS-Cov2-Virus in relevanter! Menge nicht erkennen? Die Varianten-Viren sind doch am Spikeprotein verändert, oder? Die meisten Antigentests weisen N nach. Wenn sich die gebotene Verlässlichkeit auf nicht relevante Mengen bezieht, kann man es sowieso vergessen!
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