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Politik

Krankenstand laut TK-Analyse unter Vorjahresniveau

Mittwoch, 23. Juni 2021

/dpa

Hamburg – Keine Hinweise auf eine grundsätzliche Verschlechterung der Gesundheit von Erwerbsperso­nen durch die Coronapandemie liefert der heute vorgestellte Gesundheitsreport 2021 der Techniker Kran­kenkasse (TK). Mit einem Krankenstand von 4,14 Prozent lag das Jahr 2020 laut den analysierten Daten sogar unter den Werten der Vorjahre (2019 4,22 Prozent; 2018 4,25 Prozent).

Dies sei vor allem auf weniger Krankschreibungen mit Erkältungskrankheiten zurückzuführen, erklärte Thomas Grobe, vom aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheits­wesen.

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Die Abstands- und Hygieneregeln hätten offenbar nicht nur dazu beigetragen, die Verbreitung von SARS-CoV-2 zu reduzieren, sondern auch die vieler anderer Infektionserkrankungen. So seien im Coronajahr 2020 so wenig Antibiotika verschrieben worden, wie noch nie seit Beginn der Auswertungen zum Ge­sundheitsreport vor 20 Jahren.

Den größten Anteil am Krankenstand machen mit 19,8 Prozent die Fehltage aufgrund psychischer Er­kran­kungen aus. Aber diesen Trend beobachte man schon seit Jahren, so Grobe. „Einen auffälligen ,Coro­na-Peak' können wir aktuell nicht erkennen“.

Auf Platz zwei und drei folgen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (17,9 Prozent) sowie Krankheiten des Atmungssystems (15,2 Prozent). COVID-19-Diagnosen machten mit 0,39 Prozent nur einen unterge­ordneten Anteil am Gesamtkrankenstand aus.

Allerdings hat der Dauerlockdown trotzdem Spuren bei den Menschen hinterlassen. Laut TK-Report fühlten sich 42 Prozent der Menschen in Deutschland im März dieses Jahres – also zur Hochphase des zweiten bundesweiten Lockdowns – stark beziehungsweise sehr stark von der Coronasituation belastet. Vor einem Jahr bei einer ersten TK-Befragung im Mai zu Beginn der Pandemie waren es noch 35 Prozent.

Zu den Hauptbelastungsfaktoren gehören fehlende persönliche Treffen mit Verwandten und Freunden (89 Prozent), Angst, dass Angehörige oder Freunde an Corona erkranken (60 Prozent), bei Familien mit Kindern zudem Kita- und Schulschließungen (59 Prozent) sowie bei den Berufstätigen mehr Stress am Arbeitsplatz (49 Prozent).

„Bei den Erwerbstätigen sind es vor allem Eltern im Homeoffice, die durch die Doppelbelastung von Arbeit und Kinderbetreuung vor einer besonders großen Herausforderung standen“, erklärte Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK.

Doppelbelastung aus Home-Office und Kinderbetreuung

Laut der TK-Analyse fühlte sich mehr als die Hälfte der befragten Erwerbstätigen im Home-Office mit mindestens einem Kind im Haushalt (54 Prozent) im März dieses Jahres von der Coronasituation stark oder sehr stark belastet. Im Mai letzten Jahres waren es 45 Prozent. Bei den Berufstätigen im Home-Office ohne Kinder hatte sich der Belastungsgrad nicht verändert (jeweils 31 Prozent).

Um jenseits politischer Entscheidungen auch künftig für mögliche Ausnahmesituationen gewappnet zu sein, sei es wichtiger denn je, dass jeder Einzelne dauerhaft etwas für sein Wohlbefinden und seine Ge­sundheit tue, so Baas. Aber auch die Unternehmen stünden in der Verantwortung für eine gesunde Ar­beits­umgebung zu sorgen, besonders im Homeoffice, das sich auch dank Corona zu einer etablierten Arbeitsform entwickelt habe.

Dabei gehe es nicht nur um einen ergonomischen Arbeitsplatz und eine reibungslose IT. Neue Heraus­forderung bestünden auch darin, auf die Entfernung eine wertschätzende, vertrauensvolle und transpa­rente Arbeitskultur zur verankern, betonte der TK-Chef.

Für den Gesundheitsreport hat die TK die Arbeits­unfähigkeits­bescheinigungen und Arzneiverordnungen ihrer 5,4 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet. Dazu zählen sozial­ver­sicherungs­pflichtige Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

Zudem wurden jeweils im Mai 2020 und März 2021 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen vom Meinungsforschungsinstitut Forsa bundesweit telefonisch zu ihrer Belastung durch Corona befragt. © aha/aerzteblatt.de

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