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Politik

Delta-Variante auf dem Vormarsch

Mittwoch, 23. Juni 2021

/Dan74, stock.adobe.com

Berlin – Trotz insgesamt sinkender Coronaneuinfektionen ist die als ansteckender geltende Delta-Varian­te von SARS-CoV-2 auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Nachdem bereits mehrere Bundesländer ge­meldet haben, dass der Anteil der Variante an den Neuinfektionen zuletzt spürbar gestiegen ist, werden am heutigen Abend neue Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) erwartet.

Es ist damit zu rechnen, dass sich die zu­nächst in Indien entdeckte Mutante in vielen Teilen Deutsch­lands weiter ausgebreitet hat – wenn auch auf insgesamt niedrigem Niveau. Zur Abwehr hat sich die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für ein noch höheres Impftempo ausgesprochen.

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„Wir stehen in einem Wettlauf mit der Zeit“, sagte KBV-Chef Andreas Gassen der Neuen Osnabrücker Zeitung von heute. Je mehr Menschen in den nächsten Tagen und Wochen beide Impfungen erhielten, umso geringer werde der Einfluss der Deltavariante sein. Um schneller zu werden, „müssen noch mehr Impfstoffe her“, forderte Gassen. „Es ruckelt noch zu sehr in der Mengenauslieferung. Das geht zulasten der Planbarkeit.“

Der KBV-Vorstandsvorsitzende warnte die Bevölkerung vor Leichtsinn angesichts der gerade niedrigen Inzidenzwerte. Die derzeit hohe Impfbereitschaft der Bürger dürfe „nicht nachlassen“, sagte er. „Wir dürfen nicht sorglos und damit leichtsinnig werden. Sonst drohen wir das bereits Erreichte wieder zu verspie­len.“

Auch der Virologe Christian Drosten plädiert angesichts der Entwicklung dafür, das Bewusstsein für die Bedeu­tung der Impfung zu stärken. „Das ist wirklich das, was wir jetzt machen müssen“, sagte der Experte der Berliner Charité im Podcast „Coronavirus-Update“ („NDR-Info“).

Er legte sich nicht fest, ob es wegen der Ausbreitung der Delta-Variante bereits im Sommer oder erst im Herbst zu einer Trendumkehr kommen könnte. Im Herbst werde die Inzidenz auf jeden Fall wieder stei­gen, sagte Drosten und betonte die Wichtigkeit der Impfung bei Eltern von Schulkindern.

„Wir müssen einfach schnell impfen“, lautet auch der Appell des Virologen. Reiche dies nicht, müsse man er­neut mit Kontaktbeschränkungen gegensteuern. „Aber es gibt auch gute Gründe zu denken, dass das in Deutschland nicht notwendig wird.“

In England, wo sich die Coronalage wegen der Delta-Variante wieder verschlechtert hat, sei die Sieben-Tage-Inzidenz ausgehend von einem Niveau von 25 wieder angestiegen. „Man hatte nicht so weit runter­gebremst, wie wir das jetzt in Deutschland schon gemacht haben.“

Hierzulande lag der Wert zuletzt bei 7,2 Infektionen pro Woche und 100.000 Einwohner, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts von heute Morgen hervorgeht (Vortag: 8,0; Vorwoche: 13,2). Die Gesundheits­ämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 1.016 neue Infektionen (Vorwoche: 1.455).

In Deutschland hatte der Anteil der Delta-Variante in einer Zufallsstichprobe nach Daten des RKI zuletzt bei gut sechs Prozent (Woche vom 31. Mai bis 6. Juni) gelegen. Das war eine Zunahme im Vergleich zu den Wochen davor, der Trend bei der absoluten Zahl der Nachweise ist jedoch rückläufig.

Gestern meldeten mehrere Bundesländer, dass der Anteil der Variante auch bei ihnen gestiegen sei. In Hessen macht sie nach Angaben von Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) bereits mehr als ein Fünftel der Neuansteckungen aus. „Wir haben doch deutliche Anzeichen, dass Delta auch in Hessen mittlerweile schon über 20 Prozent der Fälle dominiert“, sagte er.

In Bayern hat sich die Zahl der bestätigten Infektionen mit der Delta-Variante im Verlauf einer Woche fast verdoppelt – von 132 auf 229 Fälle, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) mitteilte. In ein­zelnen Laboren betrage der Anteil inzwischen fast ein Viertel.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt erklärt, es sei nicht die Frage, ob, sondern wann Delta das Infektionsgeschehen in Deutschland bestimmen werde.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, forderte, stärker auf „Impfskeptiker und Impfleugner“ zuzugehen. „Wenn wir nicht auch einen Teil dieser Gruppe vom Sinn der Impfung überzeu­gen, werden wir die Her­den­immunität nicht erreichen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Mit Blick auf die Delta-Variante erklärte er: „Wer sich nicht impfen lässt, wird sich früher oder später mit dem Coro­na­virus infizieren.“

Aus eigenen Labordaten gebe es erste Hinweise, dass Menschen, die mit der Delta-Variante infiziert sind, eine noch höhere Viruslast haben als Infizierte mit der Alpha-Variante (B.1.1.7), berichtete Drosten.

Bisherige Daten geben für ihn Signale, dass Delta etwas schwerere Verläufe verursache. Der Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf für vollständig Geimpfte sei im Vergleich zur noch in Deutschland dominierenden Variante Alpha aber gleichwertig. Der Schutz nur durch die Erstimpfung gilt jedoch als schwächer verglichen mit der Wirkung gegen früheren Virusformen. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #844064
Doc House
am Mittwoch, 23. Juni 2021, 13:09

Gefährlicher also, soso?

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