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Politik

Hochfrequenzablation mindert zu starke Regelblutungen

Mittwoch, 23. Juni 2021

/Alliance, stock.adobe.com

Köln – Die Hochfrequenzablation mit einer Netzelektrode kann Frauen bei übermäßig starken und lang andauernden Menstruationsblutungen helfen. Die Methode bietet Vorteile gegenüber anderen gebräuch­li­chen Verfahren. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesund­heitswesen (IQWiG) in einer Nutzenbewertung.

Der Vorbericht des IQWiG ist jetzt erschienen und kann bis zum 20. Juli kommentiert werden. Die Menor­rhagie – zu starke oder zu lange Regelblutungen – gehören zu den häufigsten Menstruationsbeschwer­den bei Frauen. Ursache dafür können gutartige Gewebebildungen im Muskelgewebe der Gebärmutter­wand, Polypen oder eine Endometriose sein. Oft ist die Ursache laut dem IQWiG aber auch unbekannt.

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Bei der Hochfrequenzablation mit einer Netzelektrode veröden Ärzte die Gebärmutterschleimhaut durch hochfrequenten Strom und tragen das Gewebe ab, um die übermäßige Menstruationsblutung zu lindern. Die IQWiG-Wissenschaftler haben das Verfahren jetzt mit der Schlingenresektion und der Ballonablation verglichen.

In zwei Studien wird die Wirkung einer Hochfrequenzablation verglichen mit der einer Schlingenresek­tion in Kombination mit einer Rollerballablation.

„Unerwünschte Wirkungen, insbesondere Komplikationen während des Eingriffs, traten seltener auf und auch Regelschmerzen ließen sich durch eine Hochfrequenzablation häufiger beseitigen als durch eine Schlingenresektion mit Rollerballablation“, berichten die IQWiG-Autoren. Die Stärke der Menstruations­blu­tung minderten beide Verfahren ähnlich gut. Insgesamt sieht das Institut einen Anhaltspunkt für ei­nen höheren Nutzen der Hochfrequenzablation im Vergleich zur Schlingenresektion mit Rollerballab­la­tion.

Vier Studien liefern laut dem Institut Daten für den Vergleich der Hochfrequenzablation mit der Ballon­ablation und zeigen übereinstimmend, dass die Blutungsstärke nach einer Hochfrequenzablation deut­lich abnimmt.

„Auch ein prämenstruelles Syndrom, definiert als komplexe körperliche und emotionale Beschwerden im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, ist nach einer Hochfrequenzablation demnach vergleichs­weise weniger stark ausgeprägt“, so die Wissenschaftler. In der Gesamtschau kommt das IQWiG zu einem Hinweis auf einen höheren Nutzen der Hochfrequenzablation gegenüber der Ballonablation. © hil/aerzteblatt.de

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