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45.400 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen

Donnerstag, 24. Juni 2021

/PMDesign, stock.adobe.com

Wiesbaden – Die Jugendämter in Deutschland haben im Coronajahr 2020 rund 45.400 Kinder und Jugend­liche zu deren Schutz vorübergehend in Obhut genommen. Im Vergleich zu 2019 gingen die Inobhutnah­men damit zwar um acht Prozent oder rund 4.100 Fälle zurück, wie das Statistische Bundesamt heute mit­teilte. Zugleich sei aber auffällig, dass als Gründe Überforderung, Misshandlungen und Vernachlässigung zugenommen hätten.

Am häufigsten wurden Kinder und Jugendliche wegen der Überforderung eines oder beider Elternteile in Obhut genommen (41 Prozent). An zweiter Stelle folgte die unbegleitete Einreise aus dem Ausland (17 Pro­zent). Anzeichen für Vernachlässigungen waren der dritthäufigste Anlass (15 Prozent).

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Dann folgten als Gründe „Hinweise auf körperliche Misshandlungen“ (13 Prozent), Beziehungsprobleme (ebenfalls 13 Prozent) und psychische Misshandlungen (acht Prozent). Mit Ausnahme der unbegleiteten Einreise hätten alle genannten Gründe anteilig an Bedeutung gewonnen. Besonders deutlich war dies bei „Überforderung der Eltern“ (plus 2,3 Prozentpunkte).

Jedes dritte in Obhut genommene Kind war jünger als zwölf Jahre, jedes zehnte Kind jünger als drei Jahre, wie es weiter hieß. Zwei Drittel der Inobhutnahmen gab es wegen dringender Kindeswohlgefährdung, 17 Prozent nach unbegleiteter Einreise und weitere 17 Prozent auf Bitte der Minderjährigen.

Für den generellen Rückgang um acht Prozent sei nicht nur die sinkende Zahl der Inobhutnahmen nach unbegleiteter Einreise verantwortlich (minus 1.100 Fälle). Noch deutlicher war demnach der Rückgang in Fällen von dringender Kindeswohlgefährdung (minus 2.100 Fälle). Auch die Zahl der Selbstmeldungen von Jungen und Mädchen habe abgenommen (minus 800 Fälle).

Inwieweit diese Entwicklungen im Zusammenhang mit den coronabedingten Lockdowns und den Kontakt­beschränkungen stünden, lasse sich zwar „anhand der vorliegenden Ergebnisse nicht beantworten“, so die Statistiker. Fachleute und Studien wiesen jedoch darauf hin, dass ein Teil der Kinderschutzfälle dadurch unentdeckt geblieben und das Dunkelfeld somit gewachsen sein könnte. © kna/aerzteblatt.de

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