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Tropenmediziner warnen vor Kollateralschäden der Coronapandemie

Donnerstag, 24. Juni 2021

/picture alliance, US CfDCaP

Berlin/München – Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie schränken im globalen Süden Hilfs- und Präventionsprogramme ein und erschweren den Zugang zu medizinischer Versorgung und Medi­kamenten.

In den ärmeren Ländern Afrikas und Asiens sind daher Infektionskrankheiten wie Malaria, HIV oder Tu­ber­kulose und andere auf dem Vormarsch. Darauf haben die Teilnehmer des gerade zu Ende gegangenen 15. Kongresses für Infektiologie und Tropenmedizin (KIT) hingewiesen. Sie warnen davor, die Länder mit der Pandemie und deren direkten und indirekten Folgen allein zu lassen.

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Frank Mockenhaupt, kommissarischer Leiter des Instituts für Tropenmedizin und Internationale Gesund­heit der Berliner Charité, erläuterte im Rahmen des Kongresses, die Gesundheitssysteme vieler Länder seien bereits mit dem Management herkömmlicher Infektionskrankheiten wie HIV oder Malaria ausge­lastet.

Die Eindämmung von COVID-19 gehe daher oftmals zulasten der Bekämpfung anderer Gesund­heits­prob­leme. „Manchen Modellierungen zufolge könnten die so entstehenden Kollateralschäden sogar schwerer wiegen als die Schäden durch COVID-19“, erläuterte er.

So gingen mancherorts die Impfungen gegen andere Krankheiten um bis zu zwei Drittel zurück, Impf­stofflieferungen seien teilweise um 70 bis 80 Prozent eingebrochen. Auch die Zahl der Tests auf Tuberku­lose und HIV sei mancherorts deutlich zurückgegangen – „sei es, weil es an Materialien mangelt, sei es, weil die Menschen aus Angst vor Ansteckung den Kontakt zu Gesundheitseinrichtungen meiden“, so der Experte. Für all diese Erkrankungen sagten Modellierungen einen deutlichen Anstieg der Todesfälle in den kommenden Jahren voraus, warnte er.

Der KIT wird alle zwei Jahre von der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI), der Deutschen Gesell­schaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedi­zin und Globale Gesundheit (DTG) veranstaltet. Er fand in diesem Jahr vom 16. bis 19. Juni online statt. © hil/aerzteblatt.de

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