NewsMedizinCoronakrise: Keine signifikanten Veränderungen bei häuslicher Gewalt messbar
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Coronakrise: Keine signifikanten Veränderungen bei häuslicher Gewalt messbar

Freitag, 25. Juni 2021

/Tinnakorn, stock.adobe.com

Berlin – In der Öffentlichkeit wird derzeit häufiger über eine Zunahme häuslicher Gewalt im COVID-19-bedingten Lockdown diskutiert. Dass es eine solche Entwicklung insgesamt nicht gegeben hat, legen die Ergebnisse zweier bundesweiter bevölkerungsrepräsentativer Befragungen aus den Jahren 2016 und 2021 nahe, über die im Deutschen Ärzteblatt (Ausgabe 27/28) berichtet wird.

Demnach konnten weder für die partnerschaftliche Gewalt aus Opfer- oder Täterperspektive noch für physische oder psychische Gewalt signifikante Veränderungen der Prävalenzraten in den beiden Jahren festgestellt werden.

Anzeige

Die Autoren weisen einschränkend darauf hin, dass spezifische und eventuell unterrepräsentierte Risiko­gruppen womöglich dennoch bedeutsame Verschlechterungen hinsichtlich häuslicher Gewalt erfahren mussten.

Eine weitere Originalarbeit befasst sich mit dem Abwassermonitoring von SARS-CoV-2. Die Fallstudie aus dem Berchtesgadener Land zeigt, wie ein Abwassermonitoring gezielt gegen die Ausbreitung von SARS-CoV-2 eingesetzt werden kann.

Da die Viren bei Infizierten in den ersten Tagen nach dem Auftreten von Symptomen, aber auch bei asymptomatischem Krankheitsverlauf mit dem Stuhl ausgeschieden wird, ist es möglich, im Abwasser über CoV-2-Biomarker das Ausmaß des Infektionsgeschehens für gesamte Siedlungsgebiete unabhängig von einer Teilnahme an Individualtests zu erfassen.

Auf geringere Fallzahlen onkologischer Operationen weist darüber hinaus eine Analyse der Daten von rund neun Millionen Versicherten der Barmer hin. In der Zeit des Lockdowns von April bis Juni 2020 kam es in Deutschland demnach im Vergleich zu den Vorjahren zu einem deutlichen Rückgang der Tumorope­rationen.

Bei separater Betrachtung der drei Monate wurden 14,3 % weniger Tumoroperationen als im Vergleichs­zeitraum 2017–19 durchgeführt. Die Mehrzahl dieser Fälle betrifft Krebserkrankungen, die im Rahmen strukturierter Vorsorgeuntersuchungen erkannt würden (Mammakarzinome, kolorektale Karzinome) und die mit einer guten Prognose verbunden sind, wenn die Diagnose in einem frühen Stadium erfolgt. © tg/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER