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Ausland

Johnson & Johnson will in den USA keine Opioidschmerzmittel mehr verkaufen

Montag, 28. Juni 2021

/JHVEPhoto, stock.adobe.com

Washington – Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson will in den USA keine Opioidschmerzmittel mehr herstellen und verkaufen. Wie die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James vorgestern mit­teilte, verpflichtete sich der Arzneimittelhersteller in einem millionenschweren Vergleich mit dem Bun­desstaat New York, „landesweit aus dem Opioidgeschäft auszusteigen“.

Johnson & Johnson stimmte demnach zudem einer Entschädigungszahlung von 230 Millionen Dollar (192,6 Millionen Euro) zu, die über neun Jahre gestreckt werden kann.

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Das Geld soll nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Präventions- und Aufklärungsprojekte so­wie in die Behandlung von Opioidsüchtigen im Bundesstaat New York investiert werden. Sollte der Bun­desstaat im ersten Jahr einen Entschädigungsfonds schaffen, wären dafür den Angaben zufolge noch ein­mal 30 Millionen Dollar fällig.

Die Opioidkrise habe in zahlreichen Orten in New York und im ganzen Land „verheerende Schäden ange­richtet“, erklärte Generalstaatsanwältin James. Millionen von Menschen seien immer noch abhängig von den "gefährlichen und tödlichen" Schmerzmitteln.

Johnson & Johnson habe sich daran beteiligt, „dieser Feuer anzufachen“. Nun habe sich das Unternehmen aber verpflichtet, aus dem Geschäft auszusteigen – „nicht nur in New York, sondern im ganzen Land“.

In den USA sehen sich mehrere großen Pharmafirmen wegen der Opioidkrise mit Entschädigungsfor­de­run­gen in Milliardenhöhe konfrontiert. Zu den Opioiden zählt unter anderem das Schmerzmittel Fenta­nyl, das 50 Mal stärker als die illegale Opioiddroge Heroin ist und stark abhängig macht.

Fentanyl wurde ursprünglich zur Behandlung starker Schmerzen insbesondere bei Krebspatienten ein­gesetzt, wurde von Ärzten aber auch zunehmend anderen Patienten verschrieben. Den Herstellern und US-Apotheken wird vorgeworfen, die Mittel aggressiv beworben und auf Warn­zeichen der Suchtkrise nicht reagiert zu haben.

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC starben allein im Jahr 2020 rund 90.000 Menschen in den USA an einer Drogenüberdosis, die meisten von ihnen an Opioiden. Im Zusammenhang mit der Opioidkrise wurden bereits tausende Klagen bei US-Gerichten eingereicht. © afp/aerzteblatt.de

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