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Politik

Patienten profitieren nach Sprunggelenkfraktur und OP von aktiver Bewegungsschiene

Dienstag, 29. Juni 2021

/Superingo, stock.adobe.com

Köln – Aktive Bewegungsschienen (Controlled-active-Motion-Schienen, CAM-Schienen) unterstützen Patienten nach einer Sprunggelenkfraktur: Nach einer operativen Behandlung und einem CAM-Training verringern sich Beschwerden am Fuß deutlicher und er ist schneller belastbar.

Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinem Vorbericht zu einer Nutzenbewertung. Interessierte können die vorläufigen Ergebnisse bis zum 23. Juli kommentieren.

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Nach einer Fraktur des oberen Sprunggelenks sollen Akut- und Nachbehandlung die Gelenkfunktion mög­lichst ohne Einschränkung wiederherstellen. An eine konservative Therapie oder eine operative Therapie, die das Gelenk jeweils mehr oder weniger lange ruhigstellen, schließt sich als Nachbehand­lung meist eine Physiotherapie an, um das Gelenk schnell wieder zu mobilisieren.

CAM-Schienen beziehen beide Beine ein. Die Füße werden darin fixiert, sodass die Patienten frühzeitig aktive Bewegungen trainieren können – was auch zu Hause möglich ist.

Das IQWiG untersucht im Augenblick, ob bei Erwachsenen mit einer Sprunggelenkfraktur ein selbstän­diges Training mit einer aktiven Bewegungsschiene zusätzlich zur Physiotherapie in der Nachbehandlung Vor- oder Nachteile hat.

„Zum Einsatz der CAM-Schienen nach einer konservativen Behandlung gibt es keine Studien, sodass hier Nutzen und Schaden unklar sind“, berichten die Kölner Wissenschaftler.

Für das CAM-Training nach einer Operation konnten sie eine kleine Studie mit 50 Erwachsenen auswer­ten, die nach einer komplexeren Sprunggelenkfraktur operativ behandelt wurden. Die Ergebnisse zeigen Vorteile der selbst angewendeten CAM-Schiene in der Nachbehandlung: Die Beschwerden hatten sich deutlicher verringert als bei Erwachsenen, die nach operativer Behandlung nur mit Physiotherapie allein nachbehandelt wurden.

Schon nach sechs Wochen war der Fuß bei einem Großteil mit CAM-Training wieder voll belastbar und auch der körperliche Gesundheitszustand besserte sich schneller. Das CAM-Training führte nicht öfter zur Lockerung von Schrauben im Fuß, zu Infektionen oder zu erneuten operativen Eingriffen.

„Auch wenn die einzige Studie sehr klein war und methodische Mängel hatte, sind die Vorteile der CAM-Schiene in der Selbstanwendung nach einem operativen Eingriff deutlich und konsistent, sodass das IQWiG hier insgesamt zu einem Anhaltspunkt für einen Nutzen kommt“, berichten die Autoren des Vor­berichts.

Auf die Gruppe der Patienten ohne OP nach einer Sprunggelenksfraktur wollen sie diese Ergebnisse aber nicht übertragen: „Patienten mit operativ versorgter Sprunggelenkfraktur unterscheiden sich zu stark von Patienten mit konservativ versorgter Sprunggelenkfraktur, weil die Behandlung abhängig ist vom Aus­maß der Verletzung und der Konstitution der Betroffenen“, so die Kölner Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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