NewsAuslandMexikanisches Gericht erklärt Cannabisverbot für verfassungswidrig
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Mexikanisches Gericht erklärt Cannabisverbot für verfassungswidrig

Dienstag, 29. Juni 2021

/picture alliance, dpa

Mexiko-Stadt – Mexikos Oberster Gerichtshof hat das gesetzliche Verbot des Konsums von Cannabis für verfassungswidrig erklärt. Fünf entsprechende Passagen im allgemeinen Gesundheitsgesetz des Landes seien unzulässig, entschieden die Richter gestern mit neun zu zwei Stimmen.

Das Rauchen und anderweite Konsumieren von Cannabisprodukten wie Marihuana ist damit allerdings nicht allgemein freigegeben, sondern es müssen Genehmigungen bei der staatlichen Kommission zum Schutz vor Gesundheitsrisiken (Cofepris) eingeholt werden. Der Handel mit den Drogen bleibt zudem verboten.

Anzeige

Der Oberste Gerichtshof in Mexiko-Stadt hatte bereits 2019 geurteilt, das 1920 erlassene, absolute Ver­bot des Cannabiskonsums verstoße gegen das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Die Gefahr für die Gesundheit und die öffentliche Ordnung durch den Freizeitkonsum von Marihuana sei nicht nach­weislich groß genug, um das Verbot zu rechtfertigen.

Das Gericht gab Mexikos Parlament eine Frist, ein Gesetz zur Freigabe von Cannabis zu verabschieden. Die Frist wurde mehrmals verlängert, die beiden Kammern des Kongresses einigten sich jedoch bisher nicht auf einen Gesetzestext.

Das Gericht rief das Parlament gestern erneut auf, ein solches Gesetz zu verabschieden. Sollte dies zu­stande kommen, wäre das nordamerikanische Land nach Uruguay und Kanada erst der dritte Staat welt­weit, in dem ein landesweiter, legaler Marihuanamarkt entsteht. Mit rund 126 Millionen Einwohnern wäre der mexikanische Markt der bei weitem größte. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER