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Ärzteschaft

Priscus-Liste immer häufiger berücksichtigt

Mittwoch, 30. Juni 2021

/Christian Schwier, stockadobecom

Berlin – Vertragsärzte verordnen gesetzlich Krankenversicherten immer seltener Wirkstoffe, die für Men­schen ab 65 Jahren als potenziell nicht geeignet gelten. Darauf hat das Zentralinstitut für die kassen­ärzt­liche Versorgung (Zi) heute hingewiesen.

Während 2009 rund 3,35 Millionen Versicherte, also 25 Prozent aller Arzneimittelpatienten, die 65 Jahre und älter waren, mindestens eine Verordnung eines Wirkstoffes von der sogenannten Priscus-Liste er­halten hätten, seien es zehn Jahre später nur noch 2,4 Millionen, also 16 Prozent, gewesen.

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Aufgrund einer veränderten Pharmakokinetik und gleichzeitig häufig vorkommender Polymedikation ist die Gefahr unerwünschter Arzneimittelwirkungen bei älteren Menschen höher als bei jüngeren. Einige Wirkstoffe sind zusätzlich bei älteren Menschen generell problematisch, da sie zum Beispiel das Sturz­risiko erhöhten oder die Wahrnehmung beeinträchtigen könnten.

Manche Arzneimittel werden deshalb für Senioren als potenziell ungeeignet eingestuft. 83 dieser für ältere Menschen potenziell ungeeigneten Wirkstoffe (PIM = potenziell inadäquate Medikation) sind seit 2010 in der sogenannten Priscus-Liste zusammengefasst.

Diese umfasst jedoch nicht nur die potenziell inadäquaten Wirkstoffe, sondern enthält auch Hinweise auf Begleiterkrankungen, die die Gefahr beim Einsatz eines Wirkstoffs besonders erhöhen und nennt Thera­piealternativen.

In den vergangenen Jahren sei das Bewusstsein für Wirkstoffe, die für ältere Patienten potenziell unge­eignet sein könnten, gewachsen, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried. Er wies darauf hin, dass eine Verordnung trotzdem indiziert sein könne.

Mit der Priscus-Liste hätten Ärzte seit einigen Jahren aber eine Entscheidungshilfe zur Hand, die bei der Suche nach der für Patienten am besten geeigneten Medikation unterstütze. Das schlage sich in der Verordnungspraxis nieder.

© may/EB/aerzteblatt.de

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