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Politik

COVID-19: Lange Fehlzeiten von Beschäftigten nach Krankenhaus­behandlung

Mittwoch, 30. Juni 2021

/picture alliance, Waltraud Grubitzsch

Berlin – Arbeitnehmer, die wegen einer COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt worden sind, haben neun Monate später im Durchschnitt mehr als zwei Monate an ihrem Arbeitsplatz gefehlt. Das zeigt eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) auf Basis der Krankmeldungen der 14,7 Millionen AOK-versicherten Erwerbstätigen.

Die etwa 2.600 AOK-versicherten Arbeitnehmer, die in die Langzeitauswertung einbezogen wurden, hatten innerhalb der betrachteten neun Monate seit der Krankenhausbehandlung wegen COVID-19 durchschnittlich exakt 61,4 krankheitsbedingte Fehltage – und damit viermal so viele wie der Durch­schnitt der Erwerbstätigen mit 15 Fehltagen.

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In einem sechsmonatigen Zeitraum fehlten die AOK-versicherten Erwerbstätigen mit stationärer Behand­lung wegen COVID-19 45,9 Tage krankheitsbedingt im Betrieb – und damit ebenfalls mehr als viermal so lange wie der Durchschnitt aller Beschäftigten (10,1 Tage). Wenn drei Monate nachbeobachtet werden, zeigt sich ein ähnliches Ergebnis (31,0 versus 5,1 Fehltage).

Ursache für die Fehlzeiten bei den Erwerbstätigen, die zuvor wegen COVID-19 im Krankenhaus behan­delt wurden, waren dem WIdO zufolge vor allem Atemwegserkrankungen. Innerhalb des neunmonatigen Beobachtungszeitraums entfallen im Durchschnitt 27,1 Fehltage auf diese Diagnosegruppe.

In der Vergleichsgruppe der AOK-versicherten Beschäftigten mit mindestens einer Krankschreibung in diesem Zeitraum sind es nach Angleichung der Alters- und Geschlechtsunterschiede zwischen den Gruppen lediglich 5,0 Fehltage.

Weitere relevante Diagnosegruppen sind infektiöse und parasitäre Krankheiten (9,6 Fehltage), Herz- und Kreislauferkrankungen (9,5 Fehltage), psychische Erkrankungen (7,7 Fehltage), Erkrankungen des Nerven­systems (6,8 Fehltage), Stoffwechselerkrankungen (5,6 Fehltage) und Erkrankungen des Verdauungs­sys­tems (3,3 Fehltage). „Bei allen genannten Diagnosegruppen liegen die Fehlzeiten deutlich über dem Vergleichswert aller Beschäftigten mit mindestens einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“, schreibt das AOK-Institut.

„Die Ergebnisse zeigen, dass eine schwere COVID-19-Erkrankung auch mittel- und längerfristige Auswir­kungen auf die Gesundheit der Beschäftigten haben kann und dass diese Beschäftigten auch im weiteren zeitlichen Verlauf noch überdurchschnittlich lange an ihrem Arbeitsplatz fehlen“, sagte Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO.

Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante gelte es, weiterhin vorsichtig zu bleiben und die Gesund­heit der Beschäftigten durch entsprechende Maßnahmen in den Betrieben zu schützen.

Wie das WIdO weiter mitteilte erhielten von den 14,7 Millionen AOK-versicherten Beschäftigten im Zeit­raum von März 2020 bis März 2021 mehr als 241.000 Beschäftige (1,6 Prozent) eine Arbeitsunfähigkeits­bescheinigung aufgrund eines dokumentierten Nachweises des SARS-CoV-2-Virus (ICD-10 GM: U07.1!).

Knapp 21.000 (8,7 Prozent) dieser Beschäftigten, die vom Arzt wegen einer Infektion krankgeschrie­ben wurden, mussten wegen eines besonders schweren Verlaufs der Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden. © may/EB/aerzteblatt.de

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