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Politik

COVID-19: Ministerium will mehr Daten zur klinischen Versorgung erheben

Freitag, 2. Juli 2021

/picture alliance,IPA, Marco Passaro

Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) will mehr Daten dazu erheben, wie viele Men­schen stationär aufgrund einer Erkrankung mit SARS-CoV-2 behandelt werden. Sein Haus bereite eine Verordnung vor, dass Daten über die Belegung von Intensivstationen mit COVID-19-Patienten hinaus gesammelt werden sollten, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) heute in Berlin vor Journalisten.

Man müsse im Herbst sehen können, welche Belastungen aus den Infektionszahlen für die Kliniken in Deutschland folgten. Dafür sei eine bessere Datenlage notwendig, auch wenn das mehr Aufwand für die Kranken­häuser bedeute, so der Minister. Er betrachte das als Teil der „Vorbereitungen auf Herbst und Winter“.

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Hintergrund sind steigende Impfzahlen gegen SARS-CoV-2 und damit die sinkende Aussagekraft von Inzidenzwerten. „Infek­tionszahlen werden mit steigender Impfkampagne immer weniger aussagekräftig“, so Spahn. Mit jeder Impfung – vor allem bei den Menschen, die ein hohes Risiko haben – sinke der Zu­sammen­hang zwischen Inzidenz und Bettenbelegung der Intensivstation.

Spahn wies aber auch darauf hin, dass auch bisher nicht alleine die Inzidenzen in der Pandemie für Coronamaßnahmen gezählt hätten. So seien etwa der R-Wert, die absolute Zahl der Infektionen oder auch die Testanzahlen und die Lage auf den Intensivstationen berücksichtigt worden.

Zuvor hatte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) heute bereits betont, die Bundesregierung wolle sich bei der Festlegung von Maßnahmen im Kampf gegen die Coronapandemie künftig nicht mehr allein auf die Inzi­den­zen stützen. Zwar würden diese weiterhin eine wichtige Rolle spielen, sagte Braun im MDR. „Aber wenn wir jetzt in der Situation sind, dass eine hohe Zahl von Bürgern geimpft ist, müssen wir natürlich weitere Faktoren einbeziehen.“

Braun hatte auch schon erklärt, dass die Krankenhausaufnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavi­rus stärker in den Mittelpunkt rücken sollen. „Die Frage ist, welcher Anteil der Inzidenz führt eigentlich zu schwereren Verläufen?“

Auch gehe es darum, zu beobachten, wie gut die Impfungen gegen verschiedene Coronavarianten wirk­ten. „Wenn auch geimpfte Menschen verstärkt ins Krankenhaus kommen, wäre das ein Signal, dass wir es entweder mit einer Variante zu tun haben oder der Impferfolg schon wieder nachlässt, und man also nachimpfen muss“, sagte der Kanzleramtschef.

Mit einem erneuten Lockdown im Herbst rechnet der CDU-Politiker nicht. „Solange die Impfungen gut wirken, kommt ein Lockdown zulasten derer, die vollständig geimpft sind, nicht infrage“, betonte er. Viele Bereiche, die in der Vergangenheit komplett geschlossen worden waren, müssten „für diesen großen Teil der Bevölkerung geöffnet bleiben“.

© may/afp/aerzteblatt.de

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