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Ärztlicher Bereitschaftsdienst: KV Berlin kritisiert Kassen für Kündigung der Kostenbeteiligung

Freitag, 2. Juli 2021

/KV Berlin

Berlin – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin hat davor gewarnt, dass ab 2022 die Fortführung des fahrenden ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Gefahr ist. Grund: Die Berliner Krankenkassenverbände haben zum 31. Dezember dieses Jahres den Vertrag über ihre Kostenbeteiligung gekündigt.

„Über die Entscheidung der Kassen sind wir maßlos enttäuscht, vor allem mit Blick auf die sehr gut funk­tionierende ambulante Notfallversorgung in Berlin, die wir in gutem Einklang mit den Krankenhäusern und der Feuerwehr durchführen“, sagte Burkhard Ruppert, Vorstandsvorsitzender der KV Berlin.

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„Die Kassen ziehen sich mit dieser Entscheidung aus der Verantwortung und riskieren am Ende, dass wichtige Angebote der ambulanten Notfallversorgung in unserer Stadt nicht mehr aufrechterhalten werden können“, so Ruppert.

Laut KV haben vor allem die vergangenen Jahre gezeigt, dass die ambulante Notfallversorgung – und mit ihr der fahrende Bereitschaftsdienst – ein wichtiger Bestandteil der gesamten Notfallversorgung der Hauptstadt ist.

Dieser ist rund um die Uhr im Einsatz und fährt gesetzlich wie privat versicherte Patienten an, die nachts, am Wochenende und an den Feiertagen dringend medizinische Hilfe benötigen beziehungswei­se auf­grund der Schwere ihrer Erkrankung tagsüber keine Praxis aufsuchen können.

„Alle diese Angebote kosten natürlich auch Geld. Allein für den fahrenden Dienst fallen jährlich Ausga­ben in Höhe von rund zwei Millionen Euro an, die bisher paritätisch von uns und den Krankenkassen getragen wurden. Mit der Kündigung ist damit Schluss“, so Ruppert. Ob die KV die Gesamtkosten ab 2022 allein stemmen kann, sei mehr als fraglich. Der komplette fahrende Dienst müsse auf den Prüfstand gestellt werden.

„Wir können nur an die Kassen appellieren, diese Entscheidung rückgängig zu machen. Die Gründe für die Kündigung sind aus unserer Sicht fadenscheinig“, betonte der KV-Chef. Ihm zufolge wollen sich die Kassen aufgrund der geschaffenen Terminservicestelle und der Förderung von Hausbesuchen aus dem Vertrag zurückziehen. Das sei nicht nachvollziehbar, so Ruppert.

In diesem Zusammenhang verweist er auch auf die finanzielle Situation der gesamten ambulanten Notfallversorgung in Berlin. Trotz Kassenbeteiligung sei diese hoch defizitär. Allein im vergangenen Jahr habe die KV Berlin ein Minus von rund drei Millionen Euro verzeichnet.

Mit dem Wegfall der finanziellen Beteiligung der Kassen am fahrenden Dienst sei damit zu rechnen, dass sich das Defizit ab 2022 weiter erhöht. „Hier müssen wir, aber auch die Krankenkassen dringend handeln, wenn wir die ambulante Notfallversorgung in den kommenden Jahren wie gewohnt fortführen wollen“, sagte Ruppert. © hil/sb/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #747473
Dr.Duddy
am Sonntag, 4. Juli 2021, 08:06

Wir sind Weltmeister bei Hausbesuchen der Ärzte

Also fahre seit über 40 Jahre Hausbesuche sowohl in Notdienste als auch für die Kassenärztliche Bereitschaftsdienste und könne nur sagen,die meisten Hausbesuchen sind unnötig und überflussig.In keinem Land der Welt bitten die Ärzte Hausbesuchen an,wir wollen halt eben überall Weltmeister sein und warum auch nicht bei Hausbesuchen der Ärzte
Avatar #109
Claas Hüttenrauch
am Freitag, 2. Juli 2021, 20:37

Kann die KV Berlin eigentlich Mathe?

Beherrscht die KV Berlin Grundrechenarten?
Anscheinend nicht.
Addition, Subtraktion, Division, Multiplikation - nichts für Berliner Kassenärzte. Stattdessen- das Geld der Mitglieder für Dritte ausgeben…
Tja, wer solche „Vertreter“ hat…
Avatar #88767
fjmvw
am Freitag, 2. Juli 2021, 18:34

Wenn die Kassen diesen Service nicht finanzieren wollen

warum wollen ihn die Kassenärzte dann anbieten?

Einfach den "fahrenden" ärztlichen Bereitschaftsdienst einstellen und auf den stationären reduzieren. Gemäß SGB V § 12 müssen die Leistungen der Kassenärzte WANZ sein, also Ausreichend, Angemessen, Notwendig und Zielführend.

Ein fahrender ärztlicher Bereitschaftsdienst ist mehr als ausreichend - also zuviel.
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