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Medizin

COPD auch bei jungen Patienten häufig tödlich

Freitag, 2. Juli 2021

/LongQuattro-iStockphoto

Toronto – Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist bei jüngeren Patienten keineswegs harmlos, wie häufig angenommen wird. Eine Auswertung von Patientenregistern aus Kanada, die auf einer Tagung der American Thoracic Society vorgestellt wurde, zeigt, dass Patienten im Alter von 35 bis 55 Jahren häufiger in Notfallaufnahmen und im Krankenhaus behandelt werden und gegenüber Gleich­altrigen ein deutlich erhöhtes Sterberisiko haben.

Die meisten Patienten mit COPD sind über 65 Jahre alt, und viele haben neben einer chronischen Bron­chitis und/oder einem Emphysem noch weitere Gesundheitsstörungen, die die Lebenserwartung ein­schrän­ken.

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Ein Krankheitsbeginn der COPD vor dem 55. Lebensjahr ist ungewöhnlich. Die meisten Pulmologen nei­gen dazu, die Erkrankung in diesen Alter nicht als ernsthafte Bedrohung für ihre Patienten anzusehen. Alina Blazer vom Toronto Western Hospital gelangt aufgrund ihrer Analyse zu einer anderen Einschät­zung.

Die Pulmologin hat die Daten von 194.759 Erwachsenen im Alter von 35 bis 55 Jahren ausgewertet, die im Jahr 2016 in der kanadischen Provinz Ontario wegen einer COPD in Behandlung waren. Die Analyse ergab, dass die jüngeren COPD-Patienten im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne COPD 3,1-fach häufiger aus irgendeinem Grund im Krankenhaus behandelt wurden.

Sie suchten 2,2-fach häufiger eine Notfallambulanz auf und waren 1,7-fach häufiger in ambulanter Be­handlung. Ihre Sterberate war sogar 5,6-fach (Frauen) und 4,5-fach (Männer) höher als bei Gleichaltrigen ohne COPD.

Bei älteren Patienten war das Sterbe- und Hospitalisierungsrisiko zwar insgesamt höher. Im Vergleich zu den übrigen Senioren, die häufig andere Krankheiten aufwiesen, war der Unterschied jedoch nicht so aus­geprägt. Das Sterberisiko war nur 2,5-fach höher als bei Senioren ohne COPD.

Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass eine COPD bei einem jüngeren ansonsten vielleicht noch gesund erscheinenden Erwachsenen ein Alarmzeichen ist. Die Behandlung sollte nach Einschätzung von Blazer deshalb frühzeitig beginnen mit dem Ziel, das weitere Fortschreiten der Krankheit nach Möglichkeit aufzuhalten. © rme/aerzteblatt.de

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