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Politik

Debatte um Impfungen für Jugendliche flammt wieder auf

Montag, 5. Juli 2021

/picture alliance, ENNIO LEANZA

Berlin – Angesichts der Ausbreitung der neuen Delta-Variante des Coronavirus flammt die Diskussion um Schutzimpfungen für Jugendliche in Deutschland wieder auf. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte die Ständige Impfkommission (STIKO) am Wochenende auf, sich für Immunisie­rungen von Jugendlichen auszusprechen. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bekräftigte erneut die Posi­tion, Jugendliche schnell zu impfen.

Schülerimpfungen seien „das wirksamste Mittel“ gegen die sich rasch ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus, sagte Söder der Bild am Sonntag. In jüngeren Altersgruppen seien die Inzidenzzahlen am höchsten. Die STIKO solle daher dringend überlegen, wann sie Schutzimpfungen für Jugendliche empfehle. Dann könne schnell gezielt an Schulen geimpft werden.

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Auch SPD-Chefin Saskia Esken und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatten die STIKO auf­gefordert, ihre Haltung zur Impfung von Jugendlichen zu überdenken. Lauterbach bekräftigte am Wochen­ende in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung seine Forderung nach schnellen Impfungen auch für Kinder. Sie könnten dadurch nach den Ferien „in ein weitgehend normales Schuljahr starten“, sagte Lauterbach in einem Doppelin­terview mit dem Mediziner Nikolaus Haas.

Dieser widersprach dem SPD-Politiker. Haas verwies unter anderem auf Erkenntnisse, wonach auch die Delta-Variante für Kinder nicht gefährlicher sei als andere. Dies zeigten Daten zum Coronageschehen aus Israel und England, sagte der Direktor der Abteilung für Kinderkardiologie und Intensivmedizin am Klini­kum der Universität München. Zudem sei bekannt, „dass Ausbrüche in Schulen gleichzeitig mit Ausbrü­chen in den Gemeinden passie­ren“. Das Virus werde durch Erwachsene in die Schulen getragen, so die Schlussfolgerung des Mediziners.

Trotz der Forderungen aus der Politik nach einer generellen Coronaimpfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren bleibt die Ständige Impfkommission (STIKO) bei ihrem zurückhaltenden Kurs. Das Gremium nehme „die diversen Forderungen der Politik“ sehr wohl wahr, erklärte STIKO-Mit­glied Martin Terhardt heute. „Wir fühlen uns weiterhin unserem Auftrag als unabhängige ehrenamtliche Kom­mission zur evidenzbasierten Erarbeitung von Impfempfehlungen verpflichtet.“

Die STIKO beobachte die Datenlage täglich und werde „gerade zu diesem Thema sicher schnell reagie­ren“, wenn es deutliche Änderungen gebe, betonte Terhardt. Die bisher verfügbaren Daten lieferten je­doch noch keine ausreichenden Beweise für die Sicherheit des Impfstoffs in der Altersgruppe. Im RBB-Inforadio hatte Terhardt am vergangenen Freitag gesagt: „Mich entsetzt das immer wieder, wie die Politik vorprescht und wissenschaftliche Daten eher ignoriert.“

Die STIKO hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren ausge­sprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für zwölf- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen. Das Gremium begründete seine Empfehlung unter anderem damit, dass das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung für diese Altersgruppe gering sei.

Auch ohne generelle STIKO-Empfehlung sind Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren in die deutsche Impfkampagne eingebunden, können also unabhängig von Vorerkrankungen geimpft werden. Laut Bun­desgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) handelt es sich um eine individuelle Entscheidung von Eltern mit ihren Kindern und den Ärzten.

Für Kinder unter 12 Jahren gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts haben bislang 3,5 Prozent der Minderjährigen mindestens eine Impfung gegen COVID-19 erhalten, vollständig geimpft sind 1,2 Prozent. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #801950
psych12
am Dienstag, 6. Juli 2021, 16:12

Geimpfter infiziert 80 Menschen. Infektionskette -geimpft zu geimpft

https://www.morgenpost.de/vermischtes/article232700219/corona-infektion-israel-geimpft-delta-impfung.html
Ein Corona-Ausbruch unter Schülern nach einer Party in Tel Aviv beunruhigt die Gesundheitsbehörden in Israel. Wie der TV-Sender Channel 12 berichtet, haben sich bei der Feier mindestens 83 junge Leute das Virus eingefangen – alle beim selben Mitschüler. Beunruhigend an dem Fall ist vor allem die Infektionskette, die zu dem Ausbruch führte.
Der "Times of Israel" zufolge war der junge Mann, der das Virus auf der Party verteilte, geimpft. Er wiederum hatte sich bei einem ebenfalls geimpften Angehörigen infiziert, und dieser Angehörige hatte sich bei einer ebenfalls geimpften Person angesteckt, die kürzlich in London war.

Die Impfung schützt nur den geimpften wahrscheinlich vor einem schweren Verlauf gegen die Ursprungsvariante. Eine Übertragung des Infekts ist weiterhin im Spiel. Ziel des Therapeutikum war die besonders gefährdeten Gruppen vor einem schweren Verlauf des Infekts zu schützen. Die ist nun erreicht und diese sind geschützt. Kinder haben kaum ein Risiko an dem Infekt schwer zu erkranken oder überhaupt Symptome zu entwickeln. Auch ist eine Herdenimmunität mit Blick auf die Welt für jeden noch denkenden Menschen sofort als unmöglich zu entlarven. Es scheint einfach um Geld(Pharmainteressen) zu gehen und nicht mehr um den Infekt der sowieso nicht verschwinden wird. Leider gibt es erst sehr langsam wieder eine differenzierte Medienlandschaft.
Kinder zu Impfen ist völlig überflüssig da diese keinen schweren Verlauf zu erwarten haben. Eine Herdenimmunität ist unerreichbar da dafür die Welt gegen die jeweils vorherrschenden Mutante geimpft werden müsste.Die Impfungen selbst lösen wiederum einen Mutationsdruck aus sodass wir annehmen können, dass ein griechisches Alphabet nicht ausreichend sein könnte. Die Pandemie oder was es auch immer war, ist am Ende. Der Finanzielle und sozialpsychische Schaden wird uns noch Jahre beschäftigen.
Avatar #832315
d.spengler94@gmail.com
am Dienstag, 6. Juli 2021, 15:41

Laientheater

Söder, Esken, Merkel etc. Wie kommen medizinische Laien eigentlich immer wieder dazu, in derart impertinenter Weise ständig die STIKO unter Druck zu setzten, die in Ermangelung belastbarer Daten völlig zurecht NICHT zu einer Massenimpfung von gesunden Kindern und Jugendlichen raten. Die völlige Ignoranz der Tatsachen macht einen sprachlos. Auch dass Herr Lauterbach ungestraft weiterhin die Wahrheit verdrehen darf, obwohl angesichts der (klinisch unnötigen aber epidemiologisch sinnvollen) Massentests an Schulen sowohl in Österreich als auch in Deutschland die Schulen als Pandemietreiber nahezu ausgeschlossen werden können, lässt einen sprachlos zurück. Dass ein solcher Politiker (denn als Arzt kann er seine Aussagen wohl selbst nicht ernst nehmen), der bereits mehrfach mit seinen Horrorszenarien himmelweit daneben gelegen hat, noch als Experte bezeichnet und in jede Talkshow eingeladen wird, macht mich als Gebührenzahler für ARD/ZDF wütend. Ein Glück, dass zumindest gelegentlich noch echte Experten (z.B. Prof. Haas aus München) geladen werden, sonst wäre die tendenziöse Berichterstattung nicht mehr zu ertragen. Dass im Übrigen keine der bisherigen "Varianten" bisher ein übermäßiges Gesundheitsrisiko für gesunde Kinder- und Jugendliche darstellte, ist ebenso gut mit Daten belegbar (z.B. die Hospitalisierungsrate der Kinder). Liebe Politiker: Hört endlich mit Eurem Laientheater auf und lasst die Kinder- und Jugendlichen sich in Ruhe entwickeln.
Avatar #772075
Floxie16
am Dienstag, 6. Juli 2021, 10:48

Unfassbar

Ich habe die Forderung von Söder auf Twitter verfolgt, unfassbar, wie er versucht die STIKO unter Druck zu setzen. Was soll das? Herdenimmunität für die Erwachsenen mit dem Risiko Kinder/Jugendliche zu gefährden? Ich habe Vertrauen in die STIKO und bin selbst Mutter. Wir Erwachsenen müssen unsere Kinder schützen, indem wir uns impfen lassen, nicht umgekehrt! Dass die Erwachsenen impfmüde sind oder, aus welchen Gründen auch immer, ihre Termine nicht wahrnehmen, darf nicht zum Grund werden, Kinder einem größeren Risiko, als es Corona für sie wäre, auszusetzen.
LNS
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