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Bessere Erfassung der Impfbereitschaft durch neuen Fragebogen möglich

Dienstag, 6. Juli 2021

/picture alliance, Wolfgang Kumm

Ulm – Forscher der Universitäten Ulm, Kopenhagen und Erfurt haben ein neues Befragungsinstrument entwickelt, um die Impfbereitschaft in der Bevölkerung ganzheitlich zu erfassen. Die 7C-Skala bezieht unter anderem den Glauben an Verschwörungstheorien oder die Übereinstimmung mit der nationalen COVID-Politik ein. Die Arbeit ist im European Journal of Psychological Assessment erschienen (2021; DOI: 10.1027/1015-5759/a000663).

Der neue Fragebogen umfasst sieben Komponenten („7C“) der individuellen Impfbereitschaft. Bislang haben Forscher laut den Wissenschaftlern einen auf fünf Komponenten basierenden Fragebogen (5C-Skala) eingesetzt, um die Impfbereitschaft zu erheben. Bei diesen Komponenten handelt es sich um „Vertrauen, Gleichgültigkeit, Barrieren, Abwägung sowie kollektive Verantwortung“.

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Mit diesem 5C-Instrument ließen sich die Einstellungen zur Grippe- oder Pneumokokkenimpfung sowie die generelle Impfbereitschaft zuverlässig erfassen. Doch die mit der Coronapandemie einhergehenden Grundrechtseinschränkungen und Verschwörungsmythen schafften neue Herausforderungen.

„Künftig sollte zusätzlich untersucht werden, inwiefern der Glaube an Coronaverschwörungstheorien mit der Impfbereitschaft zusammenhängt“, erläutert Erstautor Mattis Geiger, wissenschaftlicher Mitarbei­ter in der Abteilung für Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik der Universität Ulm.

Ein weiterer neuer Baustein der Impfbereitschaft sei die Übereinstimmung mit der nationalen COVID-Politik, die sogenannte Regelkonformität, die zahlreiche Restriktionen aber auch Lockerungen von Grund­rechtseinschränkungen für vollständig Geimpfte vorsehe. Solche Maßnahmen könnten von einigen Grup­pen als „Impfpflicht durch die Hintertür“ interpretiert werden und zur Ablehnung der Immunisie­rung füh­ren.

Die sieben Komponenten umfassen nun „Vertrauen, Gleichgültigkeit, Barrieren, Abwägung, kollektive Ver­antwortung, Regelkonformität und Verschwörungsglauben“, die als Maß für die allgemeine Impfbe­reit­schaft zusammengefasst werden können.

Insgesamt umfasst die 7C-Skala 21 Fragen und Aussagen, die den sieben Komponenten zugeordnet sind. Alle Fragen werden auf einer mehrstufigen Skala beantwortet („Stimme überhaupt nicht zu“ bis „Stimme voll und ganz zu“). Aussagen wie „Die Gesundheitsbehörden beugen sich blind der Macht und dem Ein­fluss der Pharmakonzerne“ gehören beispielsweise zum Komplex „Verschwörungsglauben“.

„Die 7C Skala ist ein effizientes und psychometrisch geprüftes Instrument, um verschiedene Komponen­ten der Impfbereitschaft zu messen und entsprechende Interventionen wie gezielte Informationskam­pag­nen abzuleiten“, resümiert Oliver Wilhelm, Leiter der Ulmer Abteilung für Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik. Das Autorenteam hat den 7C-Fragebogen in mehrere Sprachen übertragen und eine Kurzfassung erstellt. © hil/aerzteblatt.de

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