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Politik

Deutsche Krankenhaus­gesellschaft will mehr Gestaltungsspielraum für die Psychiatrie

Dienstag, 6. Juli 2021

/picture alliance, Maurizio Gambarini

Berlin – „Die Psychiatrie braucht mehr Gestaltungsspielraum, um ihrer Aufgabe gerecht werden zu könn­en.“ Das forderte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, gestern auf dem online durchgeführten DKG-Fachforum „Quo Vadis Psychiatrie“.

Die vom Gemeinsamen Bundesauschuss (G-BA) 2019 verabschiedete und im März dieses Jahres in Kraft getretene Richtlinie Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik (PPP-RL) habe durch Überregu­lierung zu Einschränkungen bei der Patientenversorgung geführt, monierte Gaß.

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„Das kleinteilige Nach­weis­verfahren gefährdet unter anderem kleine dezentrale Standorte wie beispiels­weise Tageskliniken.“ Die Entwicklungen seit der Psychiatrieenquete 1975 bis hin zu einer gemeindena­hen Versorgung würden so „innerhalb kürzester Zeit rückgängig gemacht.“

Die angesichts zunehmender psychischer Erkrankungen höhere Inanspruchnahme der Psychiatrierefor­men brauche mehr Flexibilität und intersektorale Handlungsfreiheit, „um eine moderne psychiatrische und psychosomatische Versorgung flächendeckend und wohnortnah zu sichern“. Gaß mahnte entspre­chend Reformüberlegungen an, die „weit oben auf der gesundheitspolitischen Agenda einer künftigen Bundesregierung“ stehen müssten.

Wenig Verständnis zeigte Gaß für die seitens des unparteiischen G-BA-Vorsitzenden Josef Hecken in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geäußerten Vorwürfe, dass „manche psychiatrischen Krankenhäuser, die absehbar keine Coronapatienten versorgen würden, trotz­dem zur Profitmaximierung Freihaltepauschalen kassiert hätten“.

Während der Pandemie habe man gerade auch in der Psychiatrie Infektionsstationen aufbauen und mit zusätz­lichen Personalausfällen und anderen Schwierigkeiten umgehen müssen, entgegnete Gaß und forderte eine faire Grundhaltung zur gegenwärtigen Situation ein.

„Die Psyche ist kein Blinddarm“ und erfordere auf die individuellen Bedarfe der Patientinnen und Patien­ten abgestimmte Maßnahmen, resümierte Gaß seine Forderungen für die künftige Versorgung in der Psy­chiatrie. © mn/aerzteblatt.de

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