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Schädel-Hirn-Trauma bei Älteren immer häufiger

Dienstag, 6. Juli 2021

/Picture-Factory, stock.adobe.com

Bochum – Unfallchirurgen müssen immer mehr ältere Menschen behandeln, die bei einem Sturz ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben. Das hat eine Studie unter Leitung der Neurologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum (RUB) des Berufsgenossenschaftlichen (BG) Klinikums Bergmannsheil ergeben. Die Wissenschaftler berichten darüber in der Fachzeitschrift BMJ Open (2021; DOI: 10.1136/bmjopen-2020-045771).

Die Forscher haben für die Studie 3.514 Patienten eingeschlossen. Sie wurden zwischen dem 1. Oktober 2014 und dem 30. September 2015 in einer der an der Studie beteiligten BG Kliniken versorgt. Voraus­set­zung war, dass die Versorgung innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Schädel-Hirn-Trauma statt­gefunden hat.

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Die Ergebnisse wurden mit zwei verschiedenen Verfahren erhoben: Zum einen durch die Auswertung der Dokumentationsbögen von der Erstversorgung bis zur Rehabilitation, zum anderen fanden standardisier­te Telefoninterviews mit den Betroffenen statt, jeweils drei und zwölf Monate nach dem Trauma.

Die Studie zeigt, dass mittlerweile Stürze die häufigsten Auslöser eines Schädel-Hirn-Traumas sind und nicht mehr Verkehrsunfälle. Aber auch bei diesen hat sich eine Verschiebung ergeben: Hier stellen mit­tler­weile nicht mehr Pkw-Insassen, sondern Fahrradfahrer ohne Helm die größte Gruppe dar.

„Wir registrieren eine deutliche Verschiebung der mehrheitlich betroffenen Altersgruppe hin zu der älte­ren Generation. Ein Phänomen, das man in nahezu allen Industriestaaten beobachten kann“, erläu­terte Peter Schwenkreis, Oberarzt der Neurologischen Klinik im Bergmannsheil.

Ältere Menschen seien deutlich anfälliger für Stürze und erlitten so schneller ein Schädel-Hirn-Trauma als andere Altersgruppen. „Zudem liegt der Schweregrad der Verletzung hier höher“, so Schwenkreis. Die Forschungsgruppe sieht auf der Basis ihrer Ergebnisse einen besonderen Präventionsbedarf.

„Vorstellbar sind Trainingsmaßnahmen zum sicheren Gehen, das geschulte Verwenden von Gehhilfs­mit­teln oder die Umgestaltung der Wohnung durch das Entfernen von Stolperfallen. So banal diese Maß­nah­men klingen, sie können schwerwiegenden Verletzungen vorbeugen“, betonte Schwenkreis.

Wichtig sei außerdem die Prävention im Verkehr: Die Fortschritte beim Insassenschutz im Pkw hätten eine deutlich nachweisbare Wirkung gezeigt, nun komme es darauf an, Radfahrer und Fußgänger besser zu schützen. © hil/aerzteblatt.de

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