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Politik

Beirat der Bundesregierung rät zu Langfriststrategie zum Stopp der CO2-Emissionen

Dienstag, 6. Juli 2021

/mmuenzl, stock.adobe.com

Berlin – Nach Überzeugung des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für globale Umwelt­veränderungen (WBGU) ist es für den Klimaschutz langfristig nicht ausreichend, den CO2-Ausstoß zu reduzie­ren. Vielmehr muss das Treibhausgas aus der Atmosphäre entfernt werden. In einem heute veröffent­lich­ten Positionspapier empfehlen die Experten, eine Langfriststrategie zum CO2-Ausstoß zu einem Hauptthema der Glasgower Klimakonferenz zu machen.

Für ein langfristig stabiles Klima reiche es aller Voraussicht nach nicht aus, globale „Klimaneutralität“ zu erreichen, konstatierten die Experten. „Es wird zusätzlich notwendig sein, der Atmosphäre über Klima­neu­­­­­­­tralität hinaus weiteres CO2 dauerhaft zu entziehen, um frühere hohe Emissionen und verbleibende Erwärmungstrends auszugleichen.“

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Bislang seien die Staaten nur dazu verpflichtet, kurzfristige nationale Beiträge zum Klimaschutz vorzu­legen, heißt es in dem Papier, das an Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Umwelt­staats­sekretär Jochen Flasbarth übergeben wurde.

Die Beiträge müssten deutlich ambitionierter werden, schon heute müsse einen Pfad eingeschlagen werden, mit dem die Ziele des Pariser Übereinkommens erreicht werden können. Daher ist es aus Sicht des WBGU notwendig, auch die Erstellung von Langfriststrategien verpflichtend vorzuschreiben. Sie sollten über Klimaneutralität hinaus auf globale Klimastabilisierung ausgerichtet werden.

Langfriststrategien sollten den schnellen und vollständigen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energie­träger sowie den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen vorsehen und deren nachhaltige Nutzung anstreben. Zudem solle die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre strategisch vorbereitet wer­den. Die Konzepte sollten außerdem weitere Faktoren wie Gesundheit oder Armutsbekämpfung mit­einbeziehen.

Die Staaten sollten sich in Glasgow außerdem dazu bekennen, ihre COVID-19-Programme zur Bewälti­gung der Pandemiefolgen im Sinne klimapolitischer Langfriststrategien zu nutzen, empfehlen die Um­welt­experten weiter.

Eine Klimastabilisierung kann dem Beirat zufolge durch die dauerhafte Begrenzung der globalen Erwär­mung möglichst auf 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau erreicht werden. Aufgrund ihrer histori­schen Verantwortung seien hier vor allem die Industrieländer in der Pflicht. Viele Staaten, darunter Deutschland, zielten mit ihren nationalen Langfriststrategien bisher lediglich auf Klimaneutralität ab.

Der WBGU wurde 1992 im Vorfeld der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro von der Bundesregierung als unabhängiges wissenschaftliches Beratergremium einge­richtet. Er hat die Aufgabe, globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme zu analysieren und zur Lösung dieser Probleme Handlungs- und Forschungsempfehlungen zu erarbeiten. © afp/aerzteblatt.de

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