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Politik

Unterschiedliche Noten aus dem Ausland für deutschen Umgang mit Pandemie

Donnerstag, 8. Juli 2021

/tang90246, stock.adobe.com

Berlin – Im Ausland wird die Art und Weise, wie Deutschland mit den einzelnen Phasen der Corona­pan­demie umgegangen ist, höchst unterschiedlich bewertet: Während der ersten Welle im Frühjahr 2020 wurde das Krisenmanagement überwiegend als „effizient und vorbildlich“ wahrgenommen, wie die heute vorgestellte Analyse „Außenblick“ zum internationalen Blick auf Deutschland ergab.

In der zweiten Coronawelle waren dagegen demnach viele Befragte „verwundert über immer weniger Disziplin in der Bevölkerung und Probleme bei der Beschaffung, Logistik und Organisation der Impf­kampagne“.

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Laut der von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), dem Deutschen Aka­demischen Austauschdienst (DAAD) und dem Goethe-Institut erstellten Untersuchung wurde in der ers­ten Coronawelle auch die „deutsche Solidarität mit anderen Ländern“ positiv bewertet, „deren Kapazi­täten im Gesundheitssystem erschöpft waren“.

Deutlich negativer fällt das Urteil für den weiteren Umgang Deutschlands mit der Pandemie aus: Die Befragten beobachteten der Untersuchung zufolge eine „Zerrissenheit der Deutschen zwischen den Prinzipien der Selbstbestimmung, Freiheit und des Föderalismus auf der einen und der Disziplin und Regeltreue auf der anderen Seite“.

Die Arbeit beruht auf Onlinebefragungen und Interviews im Januar und März. Befragt wurden den Anga­ben zufolge Fachleute aus den Partnernetzwerken der drei Organisationen, die Deutschland gut kennen. Dabei nahmen 622 Menschen aus 37 Ländern an der Onlinebefragung teil, in weiterführenden Inter­views wurden 48 Menschen in 24 Ländern befragt.

Die Untersuchung ergab zudem, dass Deutschland im Ausland als „stabile Demokratie mit rechtsstaatli­chen Prin­zipien“ und als „Wirtschaftskraft“ wahrgenommen wird. „Als große Leistung Deutschlands wer­den die Wiedervereinigung und die Aufnahme Geflüchteter 2015/2016 wahrgenommen“, heißt es.

Nachholbedarf sehen die Befragten dagegen bei der digitalen Infrastruktur in Deutschland. Gerade bei der Digitalisierung würden allerdings große Erwartungen an Deutschland deutlich, erklärte GIZ-Chefin Tanja Gönner. „Auf der einen Seite wird uns ein Rückstand widergespiegelt“, sagte sie. „Auf der anderen Seite wird Deutschland eine besondere Rolle bei der Erarbeitung von Regeln und Rahmenbedingungen zugesprochen.“

Auch beim Umweltschutz sieht das Ausland Defizite in Deutschland. Es sei zwar ein großes gesellschaft­liches Interesse an Umweltthemen zu beobachten, in den Unternehmen hingegen stehe das Thema zu wenig im Fokus. © afp/aerzteblatt.de

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