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Ärzteschaft

Bertelsmann-Stiftung drängt auf Reform der Approbationsordnung

Donnerstag, 8. Juli 2021

/andrey_orlov, stock.adobe.com

Gütersloh/Berlin – Die Bertelsmann-Stiftung kritisiert, dass Ärzte in Deutschland immer noch nach der Approbationsordnung aus dem Jahr 2002 ausgebildet werden und fordert eine rasche Reform. „Eine Er­neuerung des Medizinstudiums gilt als überfällig“, hieß es aus der Stiftung.

Doch nicht die angestrebte große Reform, sondern nur wenige Teilaspekte sollen noch in dieser Legis­la­turperiode verabschiedet werden. Das gehe aus einem Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) hervor.

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„Die Reform des Medizinstudiums darf nicht scheitern. Die Ärztinnen und Ärzte von morgen müssen bestmöglich für die Gesundheitsversorgung der Zukunft ausgebildet werden. Das ist für uns alle von hoher Bedeutung“, sagte Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Anfang Mai hatte der Bundesrat die Bundesregierung dazu aufgerufen, die Länder bei der geplanten No­velle der Medizinerausbildung frühzeitig einzubeziehen. Zwar hieß es aus dem Bundesrat, die Länder stellten sich ausdrücklich hinter die Pläne, die Ausbildung praxisorientierter zu gestalten. De facto bremste der Bundesrat die Umsetzung aber mit einer Entschließung.

Den Ländern geht es dabei vor allem um die Kalkulation des zusätzlichen Personal- und Betreuungs­auf­wands. Diese soll spezifiziert und den zu erwartenden Gewinnen in der Versorgung gegenüber­gestellt werden, hieß es.

Darüber hinaus müsse die Bundesregierung den Erfüllungsaufwand für eine angemessene Finanzierung der Lehrpraxen abbilden und den Normenkontrollrat angemessen beteiligen. Aktuell wendet der Staat pro vollständig abgeschlossenem Medizinstudium rund 300.000 Euro auf. Der zusätzliche Ausgaben­be­darf je Studienplatz beträgt Schätzungen zufolge zwischen vier und 20 Prozent.

„Bund und Länder sollten sich endlich auf eine Finanzierung einigen und zugleich die medizinischen Fakultäten in die Pflicht nehmen, einen Teil der Mehrkosten durch interne Anpassungen und Umver­teilungen zu übernehmen“, sagte Eckhard Volbracht, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung.

„Die Novelle der Approbationsordnung ist überfällig – sie passt das Medizinstudium von gestern an die Medizin von morgen an“, betonte auch Lucas Thieme, Präsident der Bundesvertretung der Medizin­stu­dierenden in Deutschland.

Auch andere ärztliche Verbände hatten die Verschiebung der großen Reform kritisiert, zum Beispiel der Hartmannbund (HB). „Niemand darf denken, dass die überfällige Reform der Approbationsordnung mit diesen Änderungen bereits erledigt ist“, sagten Anna Finger und Philip Simon, Vorsitzende des Aus­schusses der Medizinstudierenden des HB.

Es brauche nach wie vor unter anderem eine festgeschriebene Aufwandsentschädigung in Höhe des BAföG-Höchstsatzes im Praktischen Jahr, eine gerechte Fehlzeiten­regelung und vor allem die zeitnahe Umsetzung des Masterplans 2020. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #104741
urgestein
am Freitag, 9. Juli 2021, 12:41

Neoliberaler Thinktank

Das wird sicherlich ein ganz toller Fortschritt, wenn die neue Approbationsordnung nach dem Gusto dieses neoliberalen Thinktanks gestaltet wird.
Hat Bertelsmann eigentlich Anteile an Helios, Sana und Konsorten? Oder kennt man sich einfach nur privat vom Jagdausflug?
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